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USA: Arbeitslos trotz MBA

By on 22. April 2013

Wer sich für ein MBA-Studium entscheidet, erwartet danach eine bessere und meist auch eine besser bezahlte Position. Doch in den USA suchen viele Absolventen vergeblich einen Job. Das betrifft auch MBAs von gut gerankten Schulen wie Thunderbird. Dort waren 2012 mehr als drei von vier Absolventen beim Studienabschluss arbeitslos.

Im letzten Jahr hatte mindestens jeder zweite Absolvent von 14 US-Schulen, die laut Ranking von U.S. News zu den besten in den USA gehören, beim Studienabschluss noch keinen Job und das trotz Erholung der US-Wirtschaft. An der Business School der Northern Illinois University waren es sogar 90,6 Prozent.

Schlechte Zahlen gab es auch an der Thunderbird Global School of Management, im Ranking von Businessweek zuletzt immerhin auf Platz 45 in den USA. Hier waren 76,1 Prozent beim Abschluss arbeitslos, wie PoetsandQuants berichtet. Das betraf 166 der insgesamt 218 jobsuchenden MBAs. 199 waren auch noch drei Monate nach der Graduierung ohne Stelle. Zur Arbeitslosigkeit kommen bei 41 Prozent der Absolventen durchschnittliche Schulden in Höhe von 88.195 Dollar durch das Studium (Studiengebühren: 42,080 Dollar pro Jahr).

Auch 2011 war es nicht besser. Da waren 69,8 Prozent bei der Graduierung arbeitslos, im Jahr davor sogar 85 Prozent. Die Schule führt die schlechten Zahlen auf ihren höheren Anteil von internationalen Studenten zurück, die auch öfter einen Job außerhalb den USA suchen. Inzwischen habe man den Karriereservice verbessert, biete mehr Karriere-Coaching für die Studenten an und habe die Kontakte zu internationalen Arbeitgebern verbessert. Das habe im Dezember bereits zu einer Verbesserung von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt.

Auch an der Graziadio School of Business and Management an der Pepperdine University ist die Zahl der arbeitslosen Absolventen hoch. 2012 waren es 62,4 Prozent der 117 jobsuchenden MBAs. Drei Monate später waren immer noch 39,3 Prozent ohne Stelle. Diese Zahlen sind sogar schlechter als im Vorjahr. 56 Prozent der Absolventen haben im Durchschnitt Schulden in Höhe von 85.672 Dollar (Studiengebühren: 42.280 Dollar).

Fazit: Ein MBA ist noch lange keine Jobgarantie und die Platzierung einer Schule im Ranking sagt offenbar wenig über die Jobchancen aus. Wer sich für ein MBA-Studium entscheidet, sollte daher die Placement-Reports der Schulen gründlich studieren. Dabei tun sich gerade die US-Schulen oft noch schwer, ihre Absolventen außerhalb der USA zu vermitteln.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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