University of Wales: Spiel mit verdeckten Karten • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

University of Wales: Spiel mit verdeckten Karten

Von am 8. Mai 2012

Im Oktober gab die University of Wales bekannt, dass sie ihr umstrittenes Validierungsangebot 2012 stoppt. Grund dafür waren zahlreiche Skandale. Doch manche Anbieter bewerben werben weiter mit dem MBA-Abschluss von Wales – allen voran die mit der Allfinanz Akademie kooperierende Fernuniversität Hagen, die MBA-Interessenten nun offenkundig auch noch gezielt in die Irre führt.

Bisher konnten zahlreiche MBA-Anbieter ohne akademische Anerkennung ihre Studiengänge – gegen entsprechende Gebühren – von Wales validieren lassen und so ihren Studenten den MBA-Titel einer in Europa anerkannten Universität anbieten. Einer davon ist die Hamburger Allfinanz Akademie.

„Die Hamburger Allfianz Akademie AG organisiert in Kooperation mit der Fernuniversität in Hagen und der University of Wales seit mehr als fünfzehn Jahren ein viersemestriges berufsbegleitendes Fernstudium, das zur Vergabe des Master of Business Administration (MBA) der University of Wales führt“, heißt es noch immer auf der Website der Fernuni Hagen. Eine mehrfache Anfrage an die Fernuni, wie lange der Abschluss denn noch von Wales validiert wird, wurde nicht beantwortet.

Auch an der University of Wales hüllt man sich in Schweigen. „Die Institutionen können entsprechend den Vereinbarungen in ihrem Validation Agreement rekrutieren, schreibt Pressesprecher Tomas Llewelyn Barrett. Der Inhalt dieser Vereinbarung sei vertraulich und „wirtschaftlich sensitiv“. Der Pressesprecher empfiehlt Interessenten daher, sich direkt an die Anbieter zu wenden.

Umso unseriöser ist das Verhalten der Fernuni Hagen. Denn wer sich für den von der Fernuni beworbenen MBA interessiert, kann Pech haben und am Ende ohne einen MBA-Abschluss von Wales dastehen.

Noch dreister ist jedoch die falsche Darstellung des Programms auf dem MBA-Portal der Süddeutschen Zeitung. Dort heißt es: „Das MBA-Studium an der Fernuni Hagen setzt sich aus dem Fernstudium an der Uni Hagen und der MBA-Masterarbeit an der University of Wales zusammen.“ Damit wird gezielt der falsche Eindruck geweckt, der MBA sei ein Studium an der anerkannten Fernuni und nicht an der privaten Allfinanz Akademie. Weiter heißt es: „Der zweite Teil des MBA-Studiums an der Fernuni Hagen beinhaltet die Masterarbeit. Die Themenvergabe und die Betreuung der Masterarbeit übernimmt die Allfinanz Akademie im Auftrag der University of Wales.“

Theoretisch könnte natürlich auch die Fernuni einen anerkannten MBA-Titel vergegeben. Doch ob das MBA-Programm den Ansprüchen der Universität entspricht, ist fraglich. Vor zehn Jahren erkannte die Fernuni die Ausbildungsleistungen der Allfinanz Akademie „wegen zu geringen Niveaus“ nicht einmal auf ihre regulären Studiengänge an.

Hinter dem MBA-Programm der Allfinanz-Akademie, bei dem die Fernuni seit Jahren eine fragwürdige Rolle spielt, steht jedoch vor allem eine lukrative Einnahmequelle für Professoren, die nicht nur an der Fernuni Hagen, sondern auch bei der Allfinanz Akademie tätig sind. Wie das Ganze schon seit Jahren von der Fernuni unterstützt bzw geduldet wird, wurde bereits 2002 in dem Buch „Die Bluff-Gesellschaft“ dargestellt. Nun führt die Fernuni Hagen MBA-Interessenten bei der Programm-Darstellung offenbar sogar auch noch vorsätzlich in die Irre.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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