UCLA: 52 MBA-Bewerber wegen Plagiats abgewiesen • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

UCLA: 52 MBA-Bewerber wegen Plagiats abgewiesen

By on 6. Februar 2012

An der Anderson School of Management der University of California, Los Angeles (UCLA) wurden 52 Bewerber des Plagiats in ihren Essays überführt und bekommen daher keinen MBA-Studienplatz.

Herausgefunden hat das der Service von „Turnitin for Admissions“, der die Essays der MBA-Bewerber scannt und sie mit Texten in seiner Datenbank vergleicht. Diese enthält Millionen von Internetseiten, Büchern und Zeitschriften sowie Texte von Studenten, die diese Turnitin zur Verfügung gestellt haben. Die Software markiert entsprechende Stellen, aber die Schulen entscheiden, ob es sich wirklich um ein Plagiat handelt. Der Service wird inzwischen von fast 20 Business Schools genutzt, schreibt Businessweek.

Essays gehören bei den meisten Schulen zur Bewerbung. Dabei müssen die MBA-Studenten in spe 250 bis 400 Worte zu verschiedenen Fragestellungen schreiben wie zum Beispiel: Was sind Ihre kurz- und langfristigen Karriereziele? Warum haben Sie sich gerade für Schule XY entschieden? Welche Erfahrungen können sie im MBA-Studium einbringen? Oft werden auch überzeugende Begründungen gefordert, welche neuen Fähigkeiten man sich durch das MBA-Studium erhofft und wie diese zur persönlichen Karriere beitragen können. Das Verfassen eines guten Essays erfordert nicht nur Zeit, sondern auch die intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Zielen. Da setzen etliche wohl lieber aufs Abschreiben.

Nach Untersuchungen von Turnitin ist der Anteil der Plagiate in den Essays weit verbreitet. So untersuchte das Unternehmen 453.000  „persönliche Statements“, die es von mehr als 300 Colleges und Universitäten eines englischsprachigen Landes bekommen hat. Das Ergebnis: Mehr als 70.000 Bewerber nutzten Formulierungen, die wohl nicht ihre eigenen waren. Das wären mehr als 15 Prozent der Bewerber.

Für Schulen, die die Essays bisher nicht auf Plagiate überprüfen lassen, stellt sich daher die Frage: Ist es ethisch korrekt, Bewerber zuzulassen, die sich mit Plagiaten den Zugang zum Studium erschlichen haben? Die offenbar weit verbreitete Tendenz zum Abschreiben zeigt aber auch, dass die Bemühungen der Schulen, ihre Studenten zu redlichem Handeln zu verpflichten, bisher nicht auf fruchtbaren Boden fällt.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen