Brown University steigt in den MBA-Markt ein

Brown University vergibt erstmals einen MBA-Titel

By on 28. Mai 2014
© Brown University

Die Brown University, eine der acht zur Ivy League gehörenden US-Universitäten, steigt in den MBA-Markt ein. Zwar bietet die Universität bereits seit 2011 zusammen mit der spanischen IE Business School einen Executive MBA an, doch bisher vergab sie keinen MBA-Titel dafür.

Künftig bekommen die Absolventen des IE Brown Executive MBA auch den akademischen Abschluss einer amerikanischen Elite-Universität. Bisher mussten sie sich mit dem MBA-Titel der spanischen IE Business School zufrieden geben. Die gehört zwar zu den führenden europäischen Business Schools, aber vor allem für die amerikanischen Studenten dürfte der US-Abschluss das Programm deutlich aufwerten.

Die Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island gehört zu den acht Elite-Universitäten, die sich in der Ivy League zusammengeschlossen haben. Ihr Schwerpunkt liegt bei den „Liberal Arts“. Bei dem vor allem in den USA verbreiteten Ansatz studiert man gleichzeitig verschiedene – teils exotische – Fächer und soll so lernen, die Dinge konsequent kritisch zu hinterfragen – unabhängig vom Fachwissen. Mit der Vergabe eines MBA-Titels erhofft sich die US-Uni mehr Studenten und mehr Einnahmen. Neben Princeton ist die Brown University die einzige Uni in der Ivy League, die über keine Business School verfügt und die soll es auch künftig nicht geben.

Bei dem 2011 erstmals gestarteten IE Brown Executive MBA handelt es sich um recht ungewöhnliches Programm, bei dem erfahrene Manager auch – für ein MBA-Studium exotische – Fächer wie Philosophie, Anthropologie oder Psychologie studieren, einen Kurs zum Thema Sklaverei und Kapitalismus belegen oder in einem Workshop aus ganz normalem weißen Papierbögen etwas völlig Neues entwickeln müssen.

Die 30 Teilnehmer der aktuellen Klasse sind im Durchschnitt 37 Jahre alt und haben 14 Jahre Berufserfahrung. Der größte Teil stammt aus den USA. 17 Prozent – und damit überdurchschnittliche viele – Teilnehmer kommen aus Nicht-Regierungs-Organisationen, dem öffentlichen Dienst oder der Regierung. Dagegen waren lediglich drei Prozent vorher in der Unternehmensberatung und zehn Prozent im Finanzbereich tätig. Das 15monatige Studium findet zum großen Teil online statt. Die Studiengebühren liegen bei 105.000 Dollar.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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