Studie: Frauen haben schlechtere Noten - MBA-Journal

Studie: MBA-Studentinnen haben schlechtere Noten

By on 23. Dezember 2014
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MBA-Studentinnen sind schlechter im Studium als ihre männlichen Kommilitonen und erwarten ein deutlich geringeres Einkommen. Das hat eine Studie an der Columbia Business School in New York ergeben.

In der zweijährigen Studie, über die das MBA-Portal Poets&Quants berichtet, wurden die Geschlechterrollen und die Leistungen im Vollzeit-MBA-Programm der Schule untersucht. Verglichen wurden die 1.100 Männer und Frauen dabei in den vier Kategorien: Zulassung, Community, akademische Leistungen und Karriere.

Zunächst einmal fanden die Forscher (sechs Professoren und über 30 MBA-Studentinnen) heraus, dass der Pool von qualifizierten Frauen noch immer recht klein ist. Von den mehr als 80.000 Frauen, die 2013 den Zulassungstest GMAT absolviert haben, hatten gerade mal 2.000 so hohe Testwerte, die entsprechende Berufserfahrung und Interessen, um die Aufnahme in ein Top-MBA-Programm zu schaffen.

An der Columbia Business School lag der GMAT-Durchschnitt bei 707 Punkten bei Frauen, bei den Männern war es 726 Punkte. Und auch im Studium haben die Frauen schlechtere Noten. An der Schule werden die Noten in H (Honors), HP (High Pass), P (Pass), LP (Low Pass), und F (Fail) vergeben. Obwohl Frauen akademische Leistungen für wichtiger als Männer einschätzen, bekamen in der Klasse, die ihr Studium 2014 abschloss, 40,3 Prozent der Männer, aber nur 29,9 Prozent der Frauen die besten Noten in den Fachkursen.

Ein Grund dafür könnte die Berufserfahrung sein. So haben Männer doppelt so oft Erfahrungen im Finanzbereich. Eine andere Ursache könnte auch das Lernumfeld sein, sei es im Unterricht oder bei den Teamarbeiten, wo Männer eher die Führung übernehmen.

Zudem zeigte die Studie, dass Frauen über deutlich weniger Selbstvertrauen und Selbstsicherheit als Männer verfügen. Dabei fragten die Forscher nach den Gefühlen bei unangenehmen Situationen, etwa wenn die Lerngruppe mit der Bearbeitung von quantitativen Aufgaben kämpft. Während sich lediglich 22 Prozent der Frauen dabei sicher waren, solche Situationen zu lösen, waren es bei den Männern 46 Prozent. 30 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer lediglich zeigten nur ein geringes Selbstvertrauen.

Selbstsicherheit wurde daran gemessen, wie sich Studenten in einer harten Debatte fühlen und wie groß ihre Bereitschaft ist, auf Konfrontation zu gehen. 47 Prozent der Männer zeigten hier einen hohen Wert, aber nur 28 Prozent der Frauen.

Auch bei der Einstellung zu Karriere gibt es deutliche Unterschiede. Für Frauen ist die Work-Life.-Balance wichtiger, für Männer sind es Wachstum und Chancen. Bedenklich sind vor allem die Unterschiede bei der Einkommenserwartung: Frauen gehen davon aus, nach dem MBA-Abschluss zwischen 125.000 und 149.999 Dollar zu verdienen, bei den Männern sind es zwischen 150.000 und 199.999 Dollar.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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