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Rechnungshof soll EBS prüfen

By on 10. November 2011

Der Hessische Landesrechnungshof soll die öffentliche Förderung der privaten European Business School (EBS) beim Aufbau ihrer juristischen Fakultät und die damit verbundene Universitätsgründung  überprüfen. Das hat der Wissenschaftsausschuss des Landtags gestern Nachmittag einstimmig beschlossen. Damit könnten auf die EBS weitere Kosten zukommen.

Der Beschluss bedeutet eine Kehrtwende der Regierungsfraktion von CDU und FDP. So hatte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) noch vor kurzem gesagt, dass es sich bei der Zweckentfremdung durch die EBS lediglich um „Fehlbuchungen bei der buchungstechnischen Abwicklung“ gehandelt habe.

Wirtschaftsprüfer hatten die Verwendung der Steuergelder im Jahr 2009 und 2010 stichprobenartig geprüft und eine umfangreiche Zweckentfremdung der Mittel festgestellt. Die EBS musste daher 950.000 Euro zurückzahlen. Die Liste der zweckentfremdeten Steuergelder ist nicht nur lang, sondern teilweise an Dreistigkeit kaum zu übertreffen.

So hatte die EBS unter ihrem ehemaligen CEO und Präsidenten, Christopher Jahns, offenbar sogar die Abfindung des ehemaligen Kanzlers mit Landesmitteln bezahlt. Der Kanzler musste gehen, weil er auf die erheblichen Unregelmäßigkeiten bei den Spesenabrechnungen von Jahns hingewiesen hatte, die nun wiederum auch die Wirtschaftsprüfer bemängelte.

Die Prüfung des Landesrechnungshofes könnte noch weitere Zweckentfremdungen zu Tage befördern.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Ein Kommentar

  1. EBSler

    10. November 2011 at 14:13

    Lesen bildet ja bekanntlich, Radio hören manchmal auch. In meiner Mittagspause habe ich heute ein sehr gutes Interview über Italien unter Berlusconi gehört. Bei einigen Aussagen des Interviewten musste ich lachen, auch wenn mir eher zum Weinen war. Ich habe den Text entsprechend angepasst, das Original findet sich unter folgendem Link http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1601234/

    „Nun, den Jahnsismus gibt es ja nicht nur im Rheingau. Aber ich hoffe, dass er eine Übergangsphase bleibt, weil gerade sein Erfinder, Christopher Jahns, selbst, obwohl er auch vernünftige Absichten hatte, so übertrieben hat, wie schon gesagt, durch seine Kulturlosigkeit, durch seinen Egozentrismus, durch seine Taktlosigkeiten, durch seine Banalitäten, dass er nun wirklich kein Beispiel für eine solide Mehrheit ist. Auch im Rheingau werden die Wahlen in der Mitte gewonnen und große Teile der Mitte, auch die, die ihn gewählt haben, sind ihn längst leid. Ich hoffe, dass Jahns bald nur noch der Geschichte angehört.“

    Ob Berlusconi oder Jahns, die Namen sind austauschbar – und beide hoffentlich bald Geschichte.

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