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Omnium Executive MBA künftig ohne St.Gallen

By on 16. März 2015
© Rotman

Zehn Jahre gab es den gemeinsamen Omnium Executive MBA von der Rotman School of Management an der University of Toronto und der Universität St.Gallen. Nun geht man getrennte Wege und jede Schule bietet ihr eigenes Programm an. St.Gallen will dabei sogar mit dem „weltweit spannendsten“ Global Executive MBA auftrumpfen.

Die Rotman School of Management und die Universität St.Gallen gehen getrennte Wege. Zehn Jahre hatte man gemeinsam den Omnium MBA angeboten, eines der sogenannten Jet-Set-Programme, bei dem die Teilnehmer zum Unterricht rund um die Welt fliegen. Nun ist damit Schluss und jede Schule bietet ihr eigenes Programm an. Der Name Omnium bleibt bei der Rotman School und wie das neue Programm aussieht, kann man bereits auf der Website nachlesen.

Der neue Omnium Global Executive MBA umfasst sechs 18 Monate und sechs Module in „sechs wirtschaftlichen Schlüsselzentren“ in Nord- und Südamerika, Ost- und Südasien, den Nahen Osten und Europa. Die Module finden dabei in Toronto (Kanada), Hongkong, Shenzhen und Shanghai (China), Mumbai und Delhi (Indien), Budapest (Ungarn), Sao Paulo (Brasilien) und Buenos Aires (Argentinien) sowie in Istanbul (Türkei) und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) statt. Westeuropa und die Schweiz sind nicht mehr dabei. Start ist im August 2015. Die Studiengebühren liegen bei 98.000 kanadischen Dollar (71.500 Euro).

Dafür hat sich Rotman bereits renommierte Partnerschulen gesucht: die Koc University in Istanbul, die Fudan University in Shanghai, die City University of Hong Kong, das International Management Institute in Delhi, das Insper Instituto de Ensino e Pesquisa in São Paulo, die Universidad Torcuato di Tella in Buenos Aires, die Corvinus University in Budapest und die The American University in Dubai.

So weit ist man in St.Gallen noch nicht. Man habe die Zusammenarbeit mit Toronto im gegenseitigen Einvernehmen beendet und wolle 2016 einen eigenständigen Global EMBA anbieten, erklärt Professor Wolfgang Jenewein, Direktor für den Executive MBA in St.Gallen. Ziel sei „the worlds most exciting Global EMBA”.

Auf der Website heißt es dazu: “Das neue GEMBA HSG ist ein faszinierendes und globales Executive MBA HSG Programm mit sieben Modulen, die in den größten Metropolen dieser Welt, in Kooperation mit den besten lokalen Universitäten stattfinden.“ Genannt werden Rio de Janeiro, Kapstadt, Shanghai, Dubai, Los Angeles und St. Gallen. Mit welchen Partnerschulen St.Gallen dabei zusammenarbeitet, steht offenbar noch nicht fest. Das Programm dauert ebenfalls 18 Monate und die Studiengebühren liegen bei 89.000 Schweizer Franken (82.600 Euro).

Ob zwei – zumindest auf den ersten Blick recht ähnliche – neue Programme im Hochpreissegment auch genügend Teilnehmer finden, bleibt abzuwarten. Vor allem St.Gallen dürfte sich dabei – ohne internationalen Partner – eher schwer tun. Schließlich gibt es bereits einige gut etablierte Jet-Set-Programme wie den Trium Global Executive MBA, bei dem die HEC Paris mit der London School of Economics und der Stern School of Business in New York zusammenarbeitet. Oder den OneMBA, bei dem gleich fünf Schulen aus den Niederlanden, den USA, China, Brasilien und Mexiko kooperieren.

Dazu kommen etliche Executive MBA Programme, deren Module in verschiedenen Ländern stattfinden. Ein Beispiel ist die WHU – Otto Beisheim School of Management in Koblenz, die bereits seit 1997 gemeinsam mit der Kellogg School of Management an der Northwestern University in Chicago den Kellogg-WHU Global Executive MBA anbietet. Inzwischen ist das Programm Teil des Netzwerks, das Kellogg zusammen mit Schulen in Kanada, China und Israel gestrickt hat.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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