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MBA-Programme: Schlecht fürs Geschäft?

By on 14. September 2017
Dollarscheine Schwertfeger

Jedes fünfte MBA-Programm lohnt sich für die Business School finanziell nicht. Das zeigt eine Umfrage der Association of MBAs (AMBA) bei 121 Schulen weltweit.

MBA-Programme sind teuer und gelten daher oft als lukrative Einnahmequelle für die Business Schools. Doch das ist keineswegs immer so. So berichten 24 von 121 befragten Schulen, dass sie mit dem MBA keinen Gewinn machen, schreibt Times Higher Education. Unter den 17 britischen Schulen machen sieben sogar einen Verlust mit ihrem MBA-Programm.

Viele Schulen bieten den MBA-Studiengang trotzdem an – aufgrund seines hohen Prestiges. So bezeichneten 20 der 24 Schulen ihr MBA Programm als das „Juwel in der Krone“ unter den Angeboten einer Business School.

Ein MBA gehöre nun mal zu einer vollständigen Business School, auch wenn der globale Markt seit Jahren rückläufig sei, erklärte der MBA-Direktor einer europäischen Business School gegenüber Times Higher Education.

Gregory Whitwell, Dean der Business School an der University of Sydney, gab zu bedenken, dass MBA-Programme größere Ressourcen bräuchten, besonders wenn die Schule eine Position unter den Top 50 anstrebe. Das könne zulasten anderer Bereiche oder Programme gehen und zu internen Spannungen führen. Dennoch bleibe der MBA ein wichtiges Element im Portfolio, egal ob er profitabel sei oder nicht. Er werfe ein gutes Licht auf die Schule und ihre Studiengänge, ermögliche enge Beziehungen zu Unternehmen und schaffe ein wertvolles Alumni-Netzwerk mit hochkarätigen Verbindungen in die internationalen Unternehmen.

Insgesamt haben 173 der mehr als 240 von der Association of MBAs (AMBA) akkreditierten Schulen in 43 Ländern an der Online-Befragung teilgenommen. Andrew Main Wilson, Chief Executive der AMBA, weist darauf hin, dass drei Viertel der Befragten angaben, ihr MBA habe einen Gewinn für ihre Schule oder University gebracht. Dabei müsse man jedoch die Vorteile für alle Programme einer Schule betrachten. Das Ergebnis der Umfrage sei ein Indikator für den nach wie vor großen Einfluss des MBA-Abschlusses. Wenn man die verschiedenen Bildungssektoren weltweit betrachte, sei der MBA noch immer die am meisten anerkannte und respektierte Wirtschaftsqualifikation.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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