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MBA-Bewerbung: Minenfeld Referenzschreiben

By on 27. Juli 2015
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Wer sich für einen MBA-Studienplatz bewirbt, muss stets mehrere Empfehlungsschreiben vorlegen. Doch deren Aussagekraft ist umstritten, weil viele Referenzgeber nicht wissen, wie ein gutes Schreiben aussehen sollte und daher oftmals den Bewerber bitten, es doch gleich selbst zu verfassen. Mit einem Informationsblatt in mehreren Sprachen bietet die Association of International Graduate Admission Consultants (AIGAC) nun Unterstützung.

Das Empfehlungsschreiben sei ein echtes Minenfeld, schreibt AIGAC, weil sich kaum beurteilen lasse, wie aussagekräftig es wirklich sei. So gaben im diesjährigen MBA Applicant Survey mehr als 30 Prozent der Bewerber an, dass sie von mindestens einem ihrer Referenzgeber gebeten wurden, das Schreiben doch bitte selbst zu verfassen.

Denn viele Referenzgeber wissen nicht, worauf es bei dem Schreiben ankommt. Dazu kommen sprachliche Hürden, da nicht jeder Vorgesetzte über entsprechende Englischkenntnisse verfügen sowie kulturelle Unterschiede.

Nun hat die AIGAC erstmals Leitlinien auf Deutsch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch sowie auf Hindi und Chinesisch online gestellt, die Bewerber den Referenzgebern vorlegen können.

„Zulassungsausschüsse erwarten, dass Sie selbst den Brief schreiben und diese Aufgabe nicht einfach an den Bewerber delegieren“, heißt es in dem deutschsprachigen Schreiben. „Wenn Sie den Bewerber bitten, den Brief in Ihrem Auftrag zu schreiben, kann es sein, dass Sie die Chancen des Bewerbers auf Zulassung zunichte machen.“ Denn das verstoße gegen die Bestimmungen und könne daher zu einer Ablehnung des Bewerbers führen.

Auch auf das Sprachproblem wird dabei eingegangen. So heißt es: „Hochschulen wünschen sich Bewerber mit internationaler Erfahung, was oft bedeutet, dass die Empfehler dieser Bewerber keine englischen Muttersprachler sind. Bei einem Empfehlungsschreiben ist das aber kein besonderes Problem. Ein Empfehlungsschreiben eines nicht-englischen Muttersprachlers kann immer noch genügend Informationen und Erkenntnisse liefern. Die Hochschulen sind an den Inhalten interessiert und sehen hier über leichte Formulierungsprobleme von Nicht-Muttersprachlern hinweg. Sie haben durchaus auch die Möglichkeit, das Schreiben in Ihrer Muttersprache zu verfassen und es übersetzen zu lassen.“

Auch für Manager, die das Schreiben nicht selbst verfassen möchten, gibt es einen Tipp: „Führen Sie mit dem Bewerber ein aufrichtiges Gespräch sowohl über die positiven als auch die negativen Punkte, die Sie vermitteln wollen. Dann können Sie zusammen mit dem Bewerber entscheiden, ob Sie die richtige Person sind, um eine Empfehlung zu liefern und falls nicht, an welche anderen potentiellen Empfehler sich der Kandidat wenden kann.“

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Ein Kommentar

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