Martin Buber University weiter nicht anerkannt • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

Martin Buber University weiter nicht anerkannt

By on 16. Juni 2012

Die IPF Multiversity, die inzwischen in Martin Buber University (MBU) umbenannt wurde, hat den Akkreditierungsantrag bei der NVAO (Accreditation Organisation of the Netherlands & Flanders) zurückgezogen. Damit ist sie auch weiter keine anerkannte Hochschule. Auch ihre Bachelor- und Master-Abschlüsse sind nicht anerkannt.

Dass sich die „Universität“ aus dem Akkreditierungsprozess zurückgezogen hat, heißt im Klartext wohl, dass die NVAO eine Akkreditierung abgelehnt hätte. Mit dem Rückzug vermeidet die umstrittene „Uni“ eine Entscheidung der NVAO. Die Akkreditierung ist Grundlage dafür, dass die Studiengänge der „Uni“ anerkannt sind.

Auf der Website heißt es noch: „Für unseren Studiengang Bachelor of Arts in Humane Education (akademischer Bachelor) wurde am 17. November 2011 Antrag auf Akkreditierung gestellt. Derzeit arbeiten wir an einem weiteren Antragsdossier für den Master of Arts in Education (akademischer Master).“

Vorsitzender des Präsidiums und Kanzler der Martin Buber University ist „Professor Urs Hauenstein“, der laut eigenen Angaben nicht einmal über einen akademischen Abschluss verfügt. Er unterrichtet laut Website im Bereich „Psychologie und Pädagogik, Management, Qualitätssicherung, Potentialentwicklung und Validierung von Kompetenzen/Qualifikationen, Accreditation of Prior Learning, Lebenslernen, nachhaltige Bildung für das 21. Jahrhundert“.

Bereits im vergangenen Jahr berichtete das Fachmagazin Wirtschaft&Weiterbildung und die ZEIT über die fragwürdige „Uni“ und ihre Kooperation mit dem Dachverband der Weiterbildungsorganisationen (DVWO). Ziel ist es, Trainern, Coaches und Weiterbildern akademische Abschlüsse der IPF Multiversity anzubieten, bei denen mit Hilfe des IPF-Q Kompetenz Portfolios auch informell erworbene Kompetenzen im Berufsleben, in der Freizeit und im Familienleben als Studienleistungen angerechnet werden können.

Obwohl es offensichtlich ist, dass der DVWO einem Betrüger aufgesessen ist, hält der Verband weiter an der Kooperation mit der umstrittenen „Uni“ fest. Das betonte das DVWO-Präsidium im Dezember 2011 erneut. Erstaunlich für einen Verband, der sich als Qualitätshüter in Sachen Weiterbildung versteht, Qualitätssiegel vergibt und seine Mitgliedsverbände zu einem Ethikkodex verpflichtet – und damit letztlich auch peinlich für die gesamte Weiterbildungsbranche.

Vor allem DVWO-Präsident Uwe Genz will die Realität offenbar noch immer nicht wahrhaben. Der promovierte Chemiker gehört ebenfalls zu den MBU-Dozenten und ist dort „Professor für Schlüssel-Kompetenzen“ mit „langjähriger Lehrerfahrung im Bereich der Neuro-Kompetenz, des Lern- und Gedächtnistrainings und der geistigen Gesundheit“.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen