Managerausbildung: Persönlichkeitsentwicklung statt Führungsmodelle • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

Managerausbildung: Persönlichkeitsentwicklung statt Führungsmodelle

Von am 13. November 2011

Um effektiv und verantwortungsvoll führen zu können, müssen Manager ihre Selbstwahrnehmung verbessern und ihre Fähigkeiten entwickeln, auch in unsicheren Situationen und unter Druck, mutig und integer zu handeln. Das zeigt eine neue Studie.

Managementkurse können nur dann Grundlagen für solide Führungskompetenz fördern, wenn sie auch die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Teilnehmer ermöglichen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie, die Professoren vom Insead, dem IMD und der Harvard Business School durchgeführt haben. Dabei verfolgte die Forscher eine Gruppe von 55 Managern in einem internationalen MBA-Programm über ein Jahr und untersuchte ihre Ambitionen, Dilemmata und ihre persönliche Entwicklung. Dabei wurde vor allem ihre Arbeit in dem Wahlfach zur Persönlichkeitsentwicklung beobachtet, in dem die Teilnehmer regelmäßig mit einem Psychotherapeuten arbeiten können.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, nicht nur das Wissen der Manager zu erweitern oder ihnen akademische Führungsmodelle zu präsentieren, sondern auch ihre eigene Identität zu beeinflussen. Die Studie „Building Foundations for Leaders’ Development through the Personalization of Management Learning” kam zu dem Schluss, dass transformatives Lernen nur durch einen Prozess der Personalisierung stattfindet, in dem die Teilnehmer ihre persönlichen Erfahrungen als Teil ihrer Managementpraxis begreifen.

Nur wenn Managerkurse auch Bedenken, Reaktionen und Fragen verstärken, die sonst unter der Oberfläche bleiben würden, kann die Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen, Denkweisen und Verhaltensmustern sowie das Experimentieren mit alternativen Reaktionen zu echten Lernprozessen führen.

Manager bräuchten das Commitment, den Mut und die Neugier, sich mit emotionalen Spannungen, moralischen Dilemmata und schwierigen Fragen auseinanderzusetzen, um in turbulenten Zeiten gut führen zu können, sagte Jennifer Petriglieri von der Harvard Business School. Die Erkenntnisse der Studie sollten daher auch zu Konsequenzen bei der Gestaltung von Lehrplänen und Kursangeboten an den Business Schools führen.

Die Studie wurde mit dem Academy of Management Award 2011 für die Förderung einer zeitgemäßen Managementausbildung ausgezeichnet.

www.insead.edu

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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