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Kellogg schrumpft MBA-Programm

Von am 27. Februar 2012

Die amerikanische Kellogg School of Management will ihr zweijähriges Vollzeit-MBA-Programm deutlich verkleinern. Auch inhaltlich setzt Dean Sally Blount auf Neuerungen. Statt separaten Fächern soll es künftig vier integrierte Schwerpunkte geben. Zudem soll die globale Präsenz der Business School ausgebaut werden.

Mit ihrer Entscheidung, das traditionelle, zweijährige MBA-Programm zu verkleinern, begeht Sally Blount so etwas wie einen Tabu-Bruch. Schließlich setzten gerade die US-Schulen bisher auf Wachstum und eventuelle Rückgänge bei der Zahl der MBA-Studenten wurden eher kaschiert. Dagegen setzt Blount nun auf absichtliches Schrumpfen. So sollen in Kellogg künftig nur noch 530 statt wie bisher 650 MBA-Studenten beginnen. Das entspricht der Klassengröße von vor 15 Jahren.


Gleichzeitig soll jedoch die Zahl der Studenten in dem einjährigen MBA-Programm, das Kellogg als eine von wenigen Schulen schon lange anbietet, verdoppelt oder verdreifacht werden. Damit folgt die Schule einem allgemeinen Trend. So ist bereits seit einiger Zeit zu beobachten, dass die Nachfrage nach zweijährigen MBA-Programmen in den USA abnimmt. Denn nicht nur für Amerikaner, auch für immer ausländische Studenten ist der zweijährige Ausstieg aus dem Job inzwischen oft zu lang. Dazu kommt die Konkurrenz aus Europa, wo die meisten Studiengänge nur ein Jahr dauern.

Auch das Curriculum soll in den nächsten beiden Jahren komplett überholt werden. Anstelle der bisherigen Fachdisziplinen sollen vier fächerübergreifende Schwerpunkte treten. Die so genannten „impact areas“ sind: Märkte, Kunden und Wachstum, Innovation und Entrepreneurship, die Schnittstelle von privaten Unternehmen und staatlichen Institutionen sowie die „Architekur der Zusammenarbeit“.

Damit folgt Blount, die die Schule seit Juli 2010 leitet, einem seit langem geäußerten Kritikpunkt an den MBA-Programmen. Denn die Probleme in der heutigen Wirtschaft lassen sich nicht mehr einzelnen Fachdisziplinen zuordnen, sondern verlangen ein integratives Herangehen. Neu ist das nicht. Viele Schulen arbeiten bereits seit langem daran. 

Überdacht werden sollen auch die globalen Aktivitäten der in der Nähe von Chicago beheimateten Schule. So will Kellogg seine Präsenz in den BRIC Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) mit neuen Partnerschaften ausweiten. Managementkurse soll es dabei zusammen mit Fundação Dom Cabral in Brasilien, der Guanghua School of Management an der Peking University in China und der Indian School of Business geben.

Kellogg bietet auch mehrere Executive MBA Programme mit internationalen Partnerschulen an, darunter auch den Kellogg-WHU Executive MBA an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar.  Künftig soll auch die Zusammenarbeit im Bereich Executive Education ausgebaut werden.

Die neue strategische Ausrichtung ist das Ergebnis eines 18monatigen Prozesses, an dem mehr als tausend Alumni, Professoren, Mitarbeiter und Unternehmen teilgenommen haben.

Weitere Informationen: EnvisionKellogg.com 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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