IMD kürzt Präsenzphasen im Executive MBA

IMD: Kürzere Präsenzphasen beim Executive MBA

By on 13. Juli 2015
© Schwertfeger

Das IMD in Lausanne hat sein Executive MBA Programm optimiert. Statt wie bisher im ersten Studienabschnitt zweimal fünf Wochen auf dem Campus zu verbringen zu müssen, genügen nun 20 Tage. Dafür gibt es einen fünfwöchigen Online-Kurs.

Manager haben heute immer weniger Zeit und können sich keine langen Abwesenheiten mehr leisten. Am IMD hat man daher die Präsenzzeiten beim Executive MBA reduziert – mit erstaunlichem Erfolg. „Damit ist auch die Nachfrage gestiegen“, erklärt EMBA-Direktor Professor Stefan Michel. Und obwohl man inzwischen sogar eine zweite Kohorte (mit jeweils 50 Teilnehmern) eingeführt habe, gebe es sogar eine Warteliste.

Statt wie bisher im ersten Studienabschnitt zweimal fünf Wochen auf dem Campus zu verbringen, sind es nun nur noch 20 Tage für den Kurs „Foundation for Business Leadership“. Dazu kommen fünf Wochen Online-Kurs in vier Kernfächern mit anschließender Prüfung.

Während der erste Studienabschnitt zeitlich flexibel gestaltet werden kann, durchläuft die Klasse die einjährige Mastery-Class zusammen. Bestandteil sind drei einwöchige Module in Lausanne und drei einwöchige Discovery Expeditions nach China. Indien und Brasilien. Damit ergibt sich eine flexible Studiendauer von 15 Monaten bis zu vier Jahren.

In der Mastery-Class gebe nur sehr wenig Unterricht im Klassenzimmer, erklärt Professor Stefan Michel. Stattdessen bearbeiten die Teilnehmer insgesamt 21 Assignments, also konkrete Projekte in ihrem eigenen Unternehmen und werden dafür bewertet. Da die Teilnehmer – im Gegensatz zu anderen MBA-Programmen – alle bereits in Führungsposition sind, könnten sie ihre Erkenntnisse auch selbst umsetzen. Die Teilnehmer haben im Schnitt 15 Jahre Berufserfahrung und sind 40 Jahre alt.

Neu ist eine dreitägige Krisen-Simulation, bei der die Teilnehmer mit einer konkreten Krisensituation konfrontiert werden und erleben, wie sie damit umgehen. Auch bei Thema Leadership gibt es Neuerungen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Konzept und einer praktischen Anwendung im Klassenzimmer (Beim Thema Gruppendynamik absolvieren die Teilnehmer eine Gruppenübung und analysieren danach die Video-Aufnahmen) müssen sie ein Assignment darüber schreiben, wie sie mit dem Thema im eigenen Unternehmen umgehen und dabei ihr eigenes Verhalten reflektieren. Ein Coach bewertet die Arbeit und führt ein Coaching-Gespräch mit dem Teilnehmer durch. Gerade der starke Fokus auf Leadership käme bei den Teilnehmern sehr gut an, erklärt EMBA-Direktor Michel. „Viele sagen uns, dass sie den MBA vor allem machen wollten, über ihr Business-Wissen zu erweitern, letztlich aber am meisten über sich selbst gelernt haben.“

Der höhere Frankenkurs habe bisher keine nachteiligen Auswirkungen – trotz der stolzen Studiengebühren in Höhe von 105.000 Schweizer Franken. „Wer an unser Konzept glaubt, ist auch bereit, diese Summe zu zahlen“, so Professor Michel.

Das IMD in Lausanne gehört zu den weltweit führenden Business Schools. Neben einem kleinen Vollzeit-MBA, zu dem lediglich 90 Studenten zugelassen werden, gibt es einen Executive MBA und seit kurzem auch den IMD-CKGSB Dual Executive MBA, bei dem sich die Schule mit der Cheung Kong Graduate School of Business (CKGSB) in Peking zusammengetan hat. Schwerpunkt der Schule ist die Executive Education – also die Managerweiterbildung ohne akademischen Abschluss.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Ein Kommentar

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