IIPM darf keinen MBA-Titel vergeben • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

IIPM darf keinen MBA-Titel vergeben

Von am 3. August 2010

Jahrelang hat die indische Regierung nichts gegen das umstrittene Indian Institute of Planning and Management (IIPM) unternommen. Nun hat die University Grants Commission (UGC), die als Bundesbehörde in Indien für die Zulassung und Anerkennung von Universitäten zuständig ist, eine Bekanntmachung herausgegeben, dass die Business School weder berechtigt ist, Titel wie den MBA zu vergeben noch dass diese Abschlüsse von der Regierung anerkannt werden.

Die amtliche Bekanntmachung wurde bereits in zahlreichen Zeitungen veröffentlicht. Für die Buckingham University ist das jedoch kein Grund, ihre Gespräche mit dem IIPM abzubrechen. „Wir kenne die aktuellen Entwicklungen beim IIPM und führen unsere Gespräche weiter“, schreibt Jane Tapsell, Dean der Buckingham Business School. Seit vergangenem Jahr berät die britische Schule mit dem IIPM über die Akkreditierung bzw Validierung von dessen BBA und MBA-Programmen.

Auch für so manche deutsche Hochschulen spielt es keine Rolle, dass das IIPM keine anerkannte Hochschule ist. So kooperiert etwa die Mercator School of Management (MSM) an der Universität Duisburg-Essenlaut Website noch immer mit dem IIPM. Dabei wurde die Hochschule bereits 2009 darüber informiert wurde, dass es sich beim IIPM um keine anerkannte Hochschule handelt. Dennoch hielt die Uni an ihrer Kooperation fest. Man habe „im Vorfeld gründlich geprüft, ob das IIPM als Partner für einen Studierendenaustausch infrage kommt“ und dabei hätten sich „keine Anhaltspunkte ergeben, die Kooperation nicht einzugehen“, so die damalige Auskunft.

Auch die Universität Bayreuth hat offenbar noch immer ein Austauschprogramm mit dem IIPM. Aufschlussreich ist dabei der Bericht einer Studentin der Universität Bayreuth vom Februar 2010, die ein Auslandssemester am IIPM verbrachte: „Gruppenarbeiten laufen so ab, dass ein Gruppenmitglied aus gegoogelten PowerPoint-Präsentationen durch Copy-Paste eine neue zusammenschustert. Wichtig ist nicht der Inhalt, sondern wie man sich verkauft. So bereitet es dem Lehrer für Executive Communication oft mehr Kopfzerbrechen, ob die Schuhe auch zu der Krawatte passen als ob das Vorgetragene überhaupt irgendeinen Sinn ergibt. Von ihm erhalten wir auch den wertvollen Tipp, niemals Bücher zu lesen, die seien für Idioten, wer effektiv arbeiten will, solle sich knappe Zusammenfassungen aus dem Internet holen. Es kommt nicht darauf an, was du machst, sondern wie du es verkaufst.“

In Indien gibt es bereits eine eigene Website mit einer Parodie über das IIPM. Dort heißt es: Einen Tag nachdem die UGC ihre öffentliche Bekanntmachung, dass das IIPM kein Recht zur Verleihung von akademischen Titeln habe, in allen führenden Zeitungen Indiens veröffentlichen ließ, schaltete das IIPM eine ganzseitige Anzeige in allen Zeitungen, dass die UGC kein Recht habe, Universitäten anzuerkennen.“ Dazu muss man wissen, dass das IIPM der größte Anzeigenkunde in der Bildungssektion indischer Zeitungen ist.

Beim IIPM lässt man sich von dem amtlichen Erlass nicht beeindrucken und feiert auf der Website weiterhin „das 36. glorreiche Jahr seiner akademischer Exzellenz“.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen