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IE Business School: MBA wird flexibler und personalisierter

By on 29. April 2015
© IE Business School

Die IE Business School in Madrid hat ihr einjähriges Vollzeit-MBA-Programm überarbeitet. Die Studenten können nun je nach ihren Karrierezielen unterschiedliche Pfade verfolgen. Ein Novum ist ein dreimonatiges Post MBA Long Exchange Program nach dem MBA-Abschluss.

Der eigentliche Anstoß für die Neustrukturierung sei es gewesen, das Programm stärker am Leitmotiv des „Entrepreneurial Mindset“ auszurichten, sagt Professor Erik Schlie, Associate Dean des International MBA an der IE Business School. Diese Einstellung betreffe die beiden Profile des Transformers oder Creators. Während der Transformer maximale Wirkung bei der Umgestaltung in einem klassischen Unternehmensumfeld erreichen möchte, sei der Creator ein typischer Start-up-Unternehmer.

Das Studium beginnt den MBA-Grundkursen, die in 20 Wochen absolviert werden. Danach können die Studenten wählen, wie sie die nächsten fünf Wochen verbringen: Je nachdem, welche Karriere sie anstreben, können sie sich für das „Business Impact Lab“, das „Start-up Lab“, ein soziales Projekt oder ein Praktikum entscheiden. Während sich das „Business Impact Lab“ an Studenten richtet, die etwas in einem Unternehmen verändern möchten, richtet sich das „Start-up Lab“ an Teilnehmer, die ihr eigenes Unternehmen gründen wollen. Die beiden Labs seien durch verschiedene, interdisziplinäre Wissen-Streams etwa zum Thema Corporate Innovation oder digitale Transformation definiert. Inhalt seien aber auch ganz pragmatische Dinge wie die Einstellung eines Mitarbeiters. Die Inhalte seien relevanter und es gebe mehr Action Learning, erklärt Professor Schlie.

Wem keines der beiden Labs zusagt und wer sich für Social Entrepreneurship interessiert, was bei bis zu zehn Prozent der Klasse der Fall ist, kann sich für ein Projekt in Südafrika, Äthiopien, Peru oder Brasilien entscheiden. Dort bearbeitet er dann in einer Zweier-Gruppe konkrete Projekte. Das kann die Entwicklung einer neuen Strategie für ein Aids-Zentrum oder die neue Organisation des Fundraising für einen Nationalpark sein. Alternativ kann man auch ein Praktikum in einem Unternehmen machen.

Im Anschluss daran belegen die Studenten für 13 Wochen Wahlfächer. Dabei stehen mehr als 150 Kurse zur Wahl. Dazu gehört auch das Venture Lab, bei dem sie ihr eigenes Projekt weiterentwickeln können. Das sei ein Pfad, der vor allem bei Studenten aus Lateinamerika beleibt sei, die ihr Family Business weiter entwickeln möchten, erklärt der IE-Professor.

Komplett umgestaltet wurden auch die Angebote zur Karriereentwicklung. Nun gibt es 20 Mal an einem Tag in der Woche abwechselnd einen Tag zur Career Fitness und zur Behavioral Fitness. Das sei doppelt so viel wie vorher, sagt Professor Schlie. Zu den Inhalten der Career-Fitness-Tage gehören einmal Vorträge zu Themen wie „Karriere für Frauen“, aber auch das Training von Bewerbungsgesprächen. Bei der Behavioral Fitness geht es um die Reflektion und die Verbesserung des eigenen Verhaltens.

Ein Novum ist das dreimonatige Post MBA Long Exchange Program, bei dem die Studenten nach ihrem MBA-Abschluss an der IE Business School – ohne Zusatzkosten – noch für drei Monate an eine der 58 Partnerschulen weltweit gehen können. „Damit kann man seine MBA-Erfahrung in einem anderen Land verlängern“, so Professor Schlie. Normalerweise müsse man bei der Teilnahme aus einem Austauschprogramm auf die Wahlfächer verzichten. Nun könne man beides machen – auch wenn es dafür dann keine Credits mehr gebe.

An dem International MBA Programm nehmen pro Jahr 550 bis 600 Studenten teil. Sie sind im Schnitt 29,3 Jahre alt und haben 5,5 Jahre Berufserfahrung. In der aktuellen Klasse sind 90 Prozent internationale Studenten aus 65 Ländern. Der Studiengang beginnt künftig jeweils im September (bis Juli) und im Januar (bis Dezember). Die Studiengebühren betragen 61.900 Euro.

Die IE Business School gehört zu den führenden Business Schools in Europa und belegt in den Ranking regelmäßig eine gute Postionierung.

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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