Henley Deutschland: Internationaler und teurer • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

Henley Deutschland: Internationaler und teurer

By on 8. Mai 2013

Bisher läuft der Neustart der britischen Henley Business School in Deutschland reichlich zäh. Nun wird das Programm durch zusätzliche Elemente und internationale Workshops aufgepeppt und das Studium um fast 30 Prozent teuer. Zudem wurde der bisherige „Henley MBA Flexible Learning“ klammheimlich in „Henley Flexible Executive MBA“ umbenannt.

Gerade mal 14 Teilnehmer haben vor einigen Wochen das Fernstudium mit kurzen Präsenz-Workshops in München begonnen, in Frankfurt waren es 2012 auch nicht mehr. Künftig soll es nun eine stärkere Praxisanbindung durch Gastreferenten, Firmenbesuche und virtuelle Diskussionen zu aktuellen Praxisthemen geben. Der Schwerpunkt „Personal Development“ wird ausgebaut auf vier Workshop-Tage. Zudem gibt es Einzelcoachings und Mentoring durch Henley-Alumni – wobei der Vorsitzender der deutschen Alumni davon noch nichts wusste.

Die – bisher eher geringe – Internationalität des Programms wird durch zwei Workshops in England und einen Austausch mit einer Studiengruppe in Finnland vertieft. Zudem besteht nun auch die Möglichkeit eines Studientrips ins außereuropäische Ausland. Zu Beginn des Neustarts in Deutschland verkaufte Felix Müller, Direktor der Henley Business School Deutschland, es noch als Vorteil, dass die MBA-Studenten beim Henley-MBA Deutschland nicht verlassen müssen und sie in den Präsenz-Workshops – wenn auch auf Englisch – über deutsche Wirtschaftsfragen diskutieren können. Die erste Studiengruppe im neuen Henley Flexible Executive MBA soll im Oktober auf Schloss Montabaur starten.

Interessant ist auch die klammheimliche Umbenennung. Hieß der Studiengang bisher „Henley MBA Flexible Learning“, so wird er nun plötzlich als „Henley Flexible Executive MBA“ verkauft. Dafür ist auch der Preis rasant gestiegen. Kostete das MBA-Studium 2012 noch 25.000 Euro, so sind es jetzt 32.000 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von 28 Prozent.

Auch die Preisgestaltung erscheint nicht gerade durchdacht. So gibt es in Großbritannien weiter den 36monatigen „Henley MBA by Flexible Learning“ mit einem eigenen „International Stream“ (Studiengebühren rund 21.700 Euro). Wer sich also in England anmeldet, spart rund 10.000 Euro. Zudem gibt aber auch noch einen 21monatigen „Henley Executive MBA“ für erfahrene Manager mit acht bis 15 Jahren Erfahrung für knapp 39.000 Euro.

Zur Begründung der Umbenennung heißt es, Henley in Großbritanien sei noch nicht so weit, aber auch dort werde man den „MBA Flexible Learning“ demnächst in „Flexible Executive MBA“ umbenennen.

Die einst eigenständige Henley Business School gehört seit 2008 zur University of Reading. Bereits 1990 startete Henley zusammen mit der gfw an der Universität der Bundeswehr ein MBA-Programm im Fernstudium, das 1994 rund 400 Teilnehmer in Deutschland hatte. Später gab es neben dem Studiengang in München zusätzlich einen Studiengang in Düsseldorf, der jedoch mangels Teilnehmern wieder eingestellt wurde. 2003 startete Henley zusammen mit der damaligen Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) – heute Frankfurt School of Finance and Management – den Frankfurt Evening MBA, der jedoch ebenfalls mangels Nachfrage wieder eingestellt wurde. 2012 gründete Henley eine Tochtergesellschaft in Frankfurt und bietet nun den „Flexible Executive MBA“ in München und Frankfurt an.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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