Großbritannien: Neue Visa-Politik schreckt MBA-Studenten ab • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

Großbritannien: Neue Visa-Politik schreckt MBA-Studenten ab

Von am 5. Februar 2012

Die Zahl der MBA-Studenten in den führenden MBA-Programmen Großbritannien ist deutlich gefallen. Schuld daran ist nicht nur die schlechte wirtschaftliche Lage, sondern auch die Verschärfung der Visa-Bestimmungen für Ausländer.

Im Durchschnitt haben die 16 besten Schulen, die es im Ranking der Financial Times unter die Top 100 weltweit geschafft haben, in diesem Jahr zehn Prozent weniger MBA-Studenten. Dabei stellen Ausländer an den meisten britischen MBA-Programmen die Mehrheit der Studenten. Oftmals kommt sogar mehr als die Hälfte der Studenten aus Ländern außerhalb der EU, vor allem aus China und Indien.

Die alten Visa-Bestimmungen erlaubten ausländischen Studenten, nach dem Abschluss für zwei Jahre in Großbritannien zu bleiben und sich einen Job zu suchen. Damit ist es nun vorbei. Grund für die Verschärfung ist die schlechte Wirtschaftslage. Dabei lockte gerade die Aussicht, nach dem Studium ein paar Jahre in Großbritannien Berufserfahrung zu sammeln – nicht zuletzt um ihre Studienkredite abzubezahlen – viele Studenten aus Übersee.

Die Business Schools werfen der Regierung daher vor, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Denn die wirtschaftlichen Folgen könnten gravierend sein. So hat die britische Akkreditierungsorgani-sation Association of Business Schools errechnet, dass die Schulen Einnahmen in Höhe von zwei Millionen Pfund für die britische Wirtschaft einbringen. Allerdings gibt es keine Zahlen nur für die Vollzeit-MBA-Programme.

Laut einem Artikel der Financial Times erwartet die London Business School in diesem Jahr weniger Bewerber aus den USA und Indien, auch die Judge Business School an der Cambridge University stellt sich auf weniger Bewerbungen ein.

Aber es gibt auch noch einen Faktor, der den britischen Schulen zu schaffen macht. Denn die Zeiten, in der Großbritannien und die USA die weltweite MBA-Ausbildung dominierten, sind vorbei. Längst gibt es auch in Asien gute Business Schools und die Jobaussichten sind dort oftmals sowieso besser.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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