GMAT: Keine Korrelation mit dem individuellen Berufserfolg • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

GMAT: Keine Korrelation mit dem individuellen Berufserfolg

By on 5. September 2012

Je besser ein MBA-Bewerber im GMAT abschneidet, desto größer sind seine Chancen, einen der begehrten Studienplätze an einer Topschule zu bekommen. Doch für eine Prognose über den künftigen Erfolg als Manager taugt das Testergebnis nicht.

Weil der Wert eines MBA-Abschlusses erheblich von der Qualität der Studenten abhängt, sind die führenden Business Schools bei der Auswahl ihrer Studenten sehr wählerisch. Nur wer talentiert und motiviert ist, macht schließlich nach dem Studium Karriere und steigert damit letztlich auch die Attraktivität seiner MBA-Schule für künftige Studenten.

Ein Auswahlkriterium dabei ist der Graduate Management Admission Test (GMAT). Der Test gilt als einigermaßen valider Indikator dafür, wie gut ein Student in den MBA-Kursen abschneidet, vor allem in den Kernfächern zu Beginn des Studiums. Zudem zeigt der Test natürlich auch ein gewisses Commitments des Bewerbers. Wer schon zu faul ist, den Test zu absolvieren, wird es vermutlich auch im Studium nicht so weit bringen.

Doch was sagt das GMAT-Ergebnis über den künftigen Erfolg eines MBA-Absolventen aus? Der lässt sich an seinem Gehalt vor dem MBA, direkt nach dem Abschluss und fünf Jahre später festmachen. Bei der Rangliste der 50 besten Business Schools des US-Magazins Forbes 2011 ist der Median des Gehaltszuwachses nach fünf Jahren und der Median des GMAT-Wertes aufgelistet. Dabei zeigt sich eine positive Korrelation. Als Gruppe verdienen die Absolventen von Schulen mit hohem GMAT-Werten mehr bei der Graduierung und in den ersten fünf Jahren nach dem Abschluss, jeweils im Vergleich zum Gehalt vor dem MBA-Studium.

Die positive Korrelation entsteht jedoch nur, wenn man die gesamten Daten einer Schule nimmt und damit Abweichungen bei einzelnen Absolventen ausgleicht. Schaut man sich einzelne Absolventen an, verschwindet sie. Grund dafür sei, schreibt der US-Professor Ronald N. Yeaple im Wirtschaftsmagazin Forbes, dass der GMAT andere Erfolgsfaktoren wie Leadership, Antrieb, Motivation oder Kreativität bisher nicht gemessen hat.

So fand man in einer Studie mit Hunderten von MBA-Alumni keine Korrelation zwischen dem individuellen GMAT-Wert und dem Gehalt bei Studienende oder fünf Jahr später. Ähnliche Studien kamen laut Yeaple zu demselben Ergebnis. Damit ist der GMAT kein valider Prädiktor dafür, ob ein Absolvent später eine erfolgreiche Karriere macht. So hatten einige der erfolgreichsten Manager in der Studie einen unterdurchschnittlichen GMAT-Wert und umgekehrt.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen