GMAT: Jeder Vierte zieht sein Testergebnis zurück • MBA Journal - NEWS über Business Schools und Executive Education

GMAT: Jeder Vierte zieht sein Testergebnis zurück

By on 30. Dezember 2016
GMAC Testraum beim GMAT

An vielen internationalen Business Schools ist der GMAT ein wichtiger Bestandteil der Bewerbung für einen MBA-Studienplatz. Weil die Punktwerte an den Schulen immer höher werden, lassen immer mehr MBA-Bewerber ihr Testergebnis löschen und hoffen, bei einer Wiederholung des Tests besser abzuschneiden.

Wer sich um einen MBA-Studienplatz bewirbt, kommt meist nicht um den Graduate Management Admission Test (GMAT) herum. Der Test misst verbale sowie mathematisch/ logische Fähigkeiten und wird nur auf Englisch und computerunterstützt durchgeführt. Die Ergebnisse können zwischen 200 und 800 Punkten liegen. Dabei sind die Werte vor allem an etlichen Topschulen in den letzten Jahren gestiegen. So liegt der durchschnittliche Wert in Harvard, Stanford, Wharton oder Chicago bereits deutlich über 700 Punkte.

Dabei werden die Testergebnisse direkt an die Schulen geschickt, die der Bewerber angibt. Selbst wenn man den Test noch einmal wiederholt und besser abschneidet, kennt die Schule daher auch den schlechten Wert. Seit 2015 erlaubt das Graduate Management Admission Council (GMAC), das den Test verwaltet, dass die Bewerber ihr Ergebnis sehen und auf Wunsch wieder löschen können, bevor es an die Schulen geschickt wird. Vorher konnte man das Ergebnis nicht vor dem Verschicken sehen.

Das hat zu einem enormen Anstieg der Wiederholer geführt. Im Testjahr 2016, das Ende Juni endete, löschten 27,2 Prozent aller Testteilnehmer ihr Ergebnis, schreibt das MBA-Portal Poets&Quants. Im Vorjahr waren es erst 19,2 Prozent und 2014 sogar nur 1,6 Prozent. Vor allem die Bewerber (32,9 Prozent), die weniger als 650 Punkte erreichten, zogen ihr Ergebnis zurück. Deutlich seltener (10,8 Prozent) war das der Fall, wenn das Ergebnis über 650 lag. Aber auch hier hat sich der Anteil gegenüber dem Vorjahr (5,3 Prozent) verdoppelt. Allerdings sind das Durchschnittswerte. Bei Bewerbern bei Topschulen könnten die Anteile noch höher liegen. Admission-Berater schätzen, dass 60 bis 80 Prozent den GMAT wiederholen, um bessere Ergebnisse zu erreichen.

Dabei ist die Wiederholung kein billiges Vergnügen. Die Teilnahme kostet 250 Dollar und die werden natürlich nicht zurück erstattet, wenn man sein Ergebnis löschen lässt. Wer den Test wiederholen will, muss zudem 31 Tage warten. Und auch wenn die Schulen nicht erfahren, welcher Wert gelöscht wurde, informiert GMAC sie trotzdem, dass der Bewerber den Test absolviert hat und sein Ergebnis dann löschen ließ. Sollte es auch beim zweiten Mal nicht besser klappen, lässt sich das gelöschte Ergebnis wieder reaktivieren, das kostet aber noch einmal 100 Dollar. Für den Testbetreiber GMAC ist das Ganze also ein gutes Geschäft.

2016 wurde der Test insgesamt 261.248 absolviert, eine Steigerung von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 65 Prozent der Testkandidaten absolvierten den GMAT, um sich für ein MBA-Programm zu bewerben, 32 Prozent nutzten den Test für die Bewerbung für einen spezialisierten Master-Studiengang. Der Durchschnitt liegt bei 558 Punkten.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

Kommentar verfassen