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FT-Ranking: INSEAD überholt Harvard

Von am 25. Januar 2016

Im neuen FT Global MBA Ranking führt mit INSEAD erstmals seit fünf Jahren eine europäische Schule und überholt damit Harvard. Den dritten Platz belegt die London Business School, gefolgt von Wharton und Stanford. Beste deutsche Schule ist die Mannheim Business School auf Platz 49.

INSEAD hat das beste MBA-Programm der Welt und verweist damit Harvard, das drei Jahre den Spitzenplatz belegte, auf Platz 2. Das zeigt zumindest das neue globale MBA-Ranking der Financial Times (FT). Mit INSEAD steht erstmals ein MBA-Programm an der Spitze, das nur zehn Monate dauert, während die US-Programme eine Studiendauer von zwei Jahren haben. Zwar erreichte 2011 die London Business School Platz 1, doch ihr MBA-Programm dauert ebenfalls zwei Jahre.

Ein schöner Erfolg für INSEAD, das mit seinen drei Standorten in Frankreich, Singapur und Abu Dhabi vor allem in Sachen Internationalität schon lange die Nase vorn hat – vor allem im Vergleich zu den US-Schulen. So stellte INSEAD vor allem bei den Kriterien zur Internationalität von Studenten und Professoren, der internationalen Mobilität und den internationalen Erfahrungen während des Studiums Harvard deutlich in den Schatten. Aber auch bei der Forschung punktet INSEAD mit Platz 6 gemeinsam mit dem MIT und Chicago. Stanford landet dagegen nur auf Platz 14.

Auf Platz drei (Vorjahr Platz 2) steht mit der London Business School die zweite europäische Schule. Auf den Plätzen 4 bis 9 folgen die US-Schulen Wharton, Stanford, Columbia, Haas (Berkeley), Chicago und MIT. Platz 10 belegt die Cambridge Judge Business School, die sich damit um drei Plätze verbesserte und seinen Rivalen Oxford weit hinter sich ließ. Die Oxford Said Business School landet diesmal nur auf Platz 28 (Vorjahr Platz 22).

Insgesamt dominieren weiter die US-Schulen die Rangliste: 45 Schulen stammen aus den USA, 15 aus Großbritannien, 14 aus Kontinentaleuropa und 15 aus Asien, davon sieben aus China und drei aus Indien.

Die besten europäischen Schulen nach INSEAD und Cambridge Judge sind die IE Business School, die ihren 12. Platz halten konnte, das IMD auf Platz 13 (Vorjahr Platz 20), die HEC Paris auf Platz 15 (Vorjahr Platz 16) und die IESE Business School auf Platz 16, die damit neun Plätze gegenüber dem Vorjahr einbüßte.

Beste deutsche Schule ist die Mannheim Business School auf Platz 49, die sich damit sechs Plätze verbessern konnte. Die ESMT erreicht Platz 64 (Vorjahr Platz 63). Die Universität St.Gallen konnte sich um sieben Plätze auf Platz 60 verbessern.

Beste chinesische Schule ist die Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) auf Platz 14, den sie bereits seit zwei Jahren hält. Die CEIBS verliert sechs Plätze und kommt auf Rang 17. Drittbeste chinesische Schule ist die Chinese University of Hongkong (CHUK) auf Platz 26 (Vorjahr Platz 30). Die Antai School an der Shanghai Jiao Tong University konnte sich von Platz 55 auf Platz 39 verbessern.

Zu den größten Aufsteigern gehört die Nanyang Business School in Singapur (von 40 auf 29) sowie die britischen Schulen Lancaster University Management School (von 50 auf 35), die Strathclyde Business School (von 80 auf 63) und die Durham Business School (von 79 auf 66).

In diesem Jahr reichten fast 10.000 Absolventen aus 157 Schulen den Fragebogen der FT ein. 101 Schulen schafften es in das 2016 Global MBA Ranking, neun Schulen aus sechs Ländern waren das letzte Mal nicht dabei. Echte Neueinsteiger gibt es allerdings nur zwei. Dabei schafft es die China School of Business an der Renmin University gleich auf Platz 43. Gerankt sind diesmal auch die Grenoble Graduate School of Business auf Platz 94 sowie die Leeds University Business School und die University of Edingburgh Business School beide auf Platz 98.

Das Durchschnittsgehalt der befragten Absolventen, die ihr Studium 2012 abgeschlossen haben, liegt bei 135.000 Dollar. Alumni von acht Programmen haben ein durchschnittliches Gehalt von mehr als 160.000 Dollar, wobei die Gehaltsspanne von 88.000 bis 186.000 Dollar reicht.

Das höchste Gehalt gibt es in Stanford, gefolgt von Wharton mit knapp 178.000. Beim Kriterium „Value for Money“ schneiden die zweijährigen US-Programme mit ihren hohen Studiengebühren allerdings generell schlechter ab als die einjährigen Programme in Europa.

Die Absolventen der Mannheim Business School erreichten eine Gehaltssteigerung um 79 Prozent und die Schule belegt damit weltweit Platz 9 beim Kriterium „Value for Money“. Das Gehalt liegt bei 109.662 Dollar. Die ESMT-Absolventen steigerten ihr Gehalt um 62 Prozent und bekamen 107.235 Dollar. Beim Value for Money liegt die Berlin Schule aber sogar auf Rang 1 weltweit.

Die Gehaltsangaben sind allerdings wie immer nur bedingt aussagekräftig. Denn das in US-Dollar umgerechnete Gehalt wird entsprechend der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, kurz PPP) an die lokale Kaufkraft angepasst. Das führt zu teils absurden Verzerrungen, von denen vor allem die Schwellenländer profitieren. Denn für einen Dollar kann man in China oder Indien nun mal mehr kaufen als in der Schweiz. So verdienen Absolventen der Indian Institute of Management in Ahmedabad (IIM-A) 175.274 Dollar – und damit eine absurd hohe Summe. Die Absolventen der Universität St. Gallen bekommen dagegen nur 112.940 Dollar.

Alumni von sieben Schulen konnten ihr Gehalt im Schnitt um mehr als 140 Prozent erhöhen. Die Spanne der Steigerungen reichte von 55 bis 190 Prozent. Letztere können die Absolventen der Ipade Business School in Mexiko verzeichnen. Im Schnitt lag die Gehaltserhöhung bei 98 Prozent.

Beim FT-Ranking basieren 40 Prozent der Bewertung auf der Höhe des Gehalts und der Gehaltssteigerung nach dem Studium.

 

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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