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Frankfurt School mit neuem Executive MBA

Von am 4. August 2010

Die Frankfurt School of Finance and Management will einen neuen Executive MBA starten. Zielgruppe sind vor allem auch Bankkaufleute ohne Erststudium, aber mit Weiterbildungen an der Frankfurt School. Möglich macht das eine Änderung des Hessischen Hochschulgesetzes.

Der neue 18monatige Studiengang soll im September mit 20 bis 30 Teilenehmern starten. Der Unterricht findet vorwiegend am Wochenende in Frankfurt statt. Ein Auslandsaufenthalt ist nicht vorgesehen.

Zielgruppe sind vor allem die Absolventen der Schule, die dort nach ihrer Lehre als
Bankkaufmann eine fünfjährige Weiterbildung zum Bankfachwirt und diplomierten
Bankbetriebswirt gemacht haben. Da diese Weiterbildungen jedoch zu keinem akademischen Abschluss führen, war den Teilnehmern bisher der Zugang zu einem MBA-Studium versperrt. Denn das setzt als Postgraduate-Studium einen ersten akademischen Abschluss voraus.

Nach der Änderung des Hessischen Hochschulgesetzes können nun seit kurzem auch
Teilnehmer ohne Erststudium zugelassen werden. „Die Weiterbildung gilt dann als
Äquivalent für das Erststudium“, erklärt Angelika Werner, Pressesprecherin der Frankfurt
School. Zu den Zulassungsvoraussetzungen gehören weiter fünf Jahre Berufserfahrung und gute Englischkenntnisse. Zudem müssen die Kandidaten ein Assessment Center absolvieren.

Absolventen der Frankfurt School zahlen für den Executive MBA lediglich 15.000 Euro,
andere Teilnehmer 19.500 Euro. 2011 soll der Preis auf 25.900 Euro steigen. Man sei recht
zufrieden mit der Nachfrage und habe bereits rund hundert offizielle Bewerbungen, erklärt Werner.

Damit ist die Frankfurt School endlich am Ziel. Bereits vor rund zehn Jahren war es dem
heutigen Präsidenten der Schule, Udo Steffens, ein Dorn im Auge, dass er seine
Weiterbildungs-Absolventen – mangels Erststudium – nicht zu einem MBA-Studium zulassen konnte. 2002 versuchte man es dann mit einem Trick. Man wollte mit einer kanadischen Business School kooperieren, die auch Teilnehmer ohne Erststudium zulassen konnte. Aufgrund heftiger Kritik und Gegenwind von der Kultusministerkonferenz, die eine Führung des so erworbenen MBA-Titels ablehnte, wurde der Start des Programms gestoppt.

2003 bot die Frankfurt School, die damals noch Hochschule für Bankwirtschaft hieß, dann
einen eigenen Executive MBA an (Kosten 39.900 Euro). Das Programm wurde zunächst in
Kooperation mit dem britischen Henley Management College, später im Alleingang
durchgeführt und schließlich – mangels Teilnehmern – wieder eingestellt.

2008 beklagte sich Steffens erneut über den „deutlichen Wettbewerbsnachteil deutscher
Business Schools“, da sie nur Teilnehmer mit einem ersten Hochschulabschluss zulassen
dürfen. Allerdings ist das an den guten Business Schools in anderen Ländern auch nicht
anders. In der Regel dürfen sie nur einen kleinen Prozentsatz von Studenten ohne Erststudium zulassen, wenn diese besondere berufliche Leistungen vorweisen. Darauf achten vor allem auch die Akkreditierungsorganisationen.

Mit dem neuen Executive MBA ist die Frankfurt School zwar nun endlich am Ziel und kann ein neues lukratives Geschäftsfeld erschließen. Gleichzeitig fördert sie damit jedoch auch die Verwässerung und so letztlich auch eine Abwertung des MBA-Studiums.

www.frankfurt-school.de

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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