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ESMT-Präsident: Rücktritt vor dem Antritt

Von am 14. Mai 2012

Am 1. Juni sollte der Stanford-Professor Stefan J. Reichelstein seinen neuen Posten als Präsident der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin antreten. Heute gab die Schule bekannt, dass Reichelstein nicht antritt, sondern lieber in Stanford bleibt.

Im Februar hatte die Schule nach einer mehr als halbjährigen Suche endlich einen neuen Präsidenten gefunden und konnte dabei mit einem renommierten Wissenschaftler der Stanford Graduate School of Business punkten. Er sehe seiner neuen Aufgabe mit freudiger Erwartung entgegen, erklärte Reichelstein damals. Seine Tätigkeit an der ESMT werde sich darauf konzentrieren, die Reputation der Schule in Forschung und Lehre weiter voranzubringen und dabei auch eng mit den Stifterunternehmen zusammenarbeiten.

Nun ist die freudige Erwartung offenbar schon wieder dahin und Reichelstein „hat sich nach Abwägung aller Faktoren dafür entschieden, weiterhin für die Stanford Graduate School of Business tätig zu sein“. Was die wahren Gründe dafür sind, bleibt offen.

Reichelstein lehrt bereits seit September 2010 als „Distinguished Affiliate Professor“ an der ESMT. Er dürfte daher mit den Machtverhältnissen der von 25 Unternehmen gegründeten Schule durchaus vertraut gewesen sein.

Für die ESMT ist der Rücktritt vor dem Antritt eine riesige Blamage, vor allem für den ESMT-Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Börsig, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank bereits bei der Nachfolge von Bank-Chef Josef Ackermann versagt hatte. Wohl auch mangels anderer Kandidaten wird nun Jörg Rocholl, der bereits seit Juli 2011 als Interim-Präsident wirkte, neuer ESMT-Präsident.

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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