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EQUIS-Gütesiegel für fünf Schulen

By on 18. Januar 2017
Bärbel Schwertfeger Fort in Al Ain, Abu Dhabi

Die EFMD hat fünf Schulen das begehrte EQUIS-Gütesiegel verliehen. Dazu gehören zwei Schulen in Frankreich, je eine in Belgien und China sowie erstmals eine Business School in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die EBS Business School in Wiesbaden hat dagegen ihre EQUIS-Akkreditierung verloren. Damit reduziert sich die Zahl der akkreditierten Schulen in Deutschland auf fünf Schulen.

Insgesamt dürfen sich derzeit 167 Business Schools in 41 Ländern mit dem EQUIS-Gütesiegel schmücken, darunter erstmals auch eine aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dazu gehören die Université de Liège – HEC Management School in Belgien, die Beijing Normal University Business School in China, die Burgundy School of Business at the Groupe ESC Dijon Bourgogne und die Ecole de Management de Normandie in Frankreich und das College of Business Administration at the Abu Dhabi University. Die EBS Business School in Wiesbaden hat dagegen ihre EQUIS-Akkreditierung verloren.

Damit reduziert sich die Zahl der akkreditierten deutschen Business Schools auf fünf. Das Gütesiegel haben derzeit die ESMT in Berlin, die Frankfurt School of Finance & Management, die  Universität zu Köln, die Mannheim Business School und die WHU – Otto Beisheim School of Management. Dazu kommt die ESCP Europe in Berlin mit Hauptsitz in Paris. In Großbritannien sind des 24, in Frankreich und China sind es jeweils 20.

EQUIS steht für „European Quality Improvement System“ und wurde 1997 von der European Foundation for Management Development (EFMD) in Brüssel eingeführt. Das Gütesiegel dient dazu, Business Schools sowie Wirtschafts-Fakultäten nach international einheitlichen Standards zu bewerten und die Entwicklung der Qualität dieser Schools kontinuierlich zu begleiten und zu fördern.

Wie die AACSB – die zweite wichtige internationale Akkreditierung – wird auch bei EQUIS stets die gesamte Business School begutachtet und der Akkreditierungsprozess ist eine sehr aufwendige Sache, die sich über mehrere Jahre zieht. Während sich die AACSB dabei stärker auf sogenannte Mission einer Schule, also ihre Zielsetzung, und die Einhaltung von Standards fokussiert, achtet EQUIS stärker auf den Prozess der Qualitätssicherung, der die Einhaltung von Standards sicherstellt, und fordert eine internationale Ausrichtung. Im Fokus stehen zehn Kriterien (wie Governance und Strategie, Ethik, Nachhaltigkeit, Internationalisierung, Executive Education, Unternehmensbeziehungen).

Das Gütesiegel wird für drei oder fünf Jahre verliehen. Danach muss die Schule einen Re-Akkreditierungsprozess durchlaufen. Mit dem ist die EBS Business School nun endgültig gescheitert. 2012 hatte sie im dritten Anlauf erstmals die Akkreditierung für drei Jahre bekommen. Im April 2015 scheiterte sie bei der Reakkreditierung und musste den Prozess noch einmal komplett durchlaufen. Nun hat sie das Gütesiegel verloren.

Im Juli 2016 hatte die SRH Holding die in der Vergangenheit immer wieder schwer finanziell angeschlagene EBS übernommen und ihr eine „hervorragende Prognose“ attestiert. Und SRH-Pressesprecher Nils Birschmann erklärte, die EBS werde in fünf Jahren zu den Top 5 in den einschlägigen Rankings gehören. Auf ihrer Website schreibt die Schule auch weiterhin, dass sie „für wissenschaftliche Exzellenz in Forschung und Lehre, Innovation und Unternehmergeist“ stehe, „deren Qualität regelmäßig durch international renommierte Akkreditierungen bestätigt wird“.

Die EBS verfügt derzeit allerdings nur über eine Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat und die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA). Diese beiden Akkreditierungen sind in den meisten Bundesländern für private Hochschulen Pflicht. International spielen sie keine Rolle.

Das Gütesiegel ist aus mehreren Gründen wichtig für die Schulen. So machen internationale Studenten ihre Entscheidung für einen Business School häufig von einer internationalen Akkreditierung abhängig. Aber auch für die Gewinnung neuer und forschungsstarker Professoren ist die Akkreditierung wichtig. Besonders schmerzlich: Ohne eine EQUIS- oder AACSB-Akkreditierung kann eine Schule nicht mehr an den relevanten Rankings wie den Ranglisten der Financial Times teilnehmen. Und auch bei der Kooperation mit internationalen Partnerschulen wird die internationale Akkreditierung immer wichtiger, da Business Schools häufig nur noch mit Partnerschulen zusammenarbeiten, die ein entsprechendes Qualitätssiegel haben.

 

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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