EBS wirbt weiter mit entzogenem EQUIS-Siegel

EBS wirbt weiter mit entzogenem EQUIS-Siegel

Von am 8. Februar 2017
EBS

Die EBS Business School wirbt weiter mit der EQUIS-Akkreditierung, die ihr bereits am 14. Dezember entzogen wurde. Die britische Durham Business School, die zusammen mit der EBS einen gemeinsamen Executive MBA anbietet, schweigt dazu.

Am 14. Dezember wurde der EBS Business School die EQUIS-Akkreditierung entzogen und die Schule verschwand umgehend von der Liste der akkreditierten Schulen. Die EBS hatte die internationale Akkreditierung 2012 nach dem dritten Anlauf bekommen und war dann zweimal bei der Reakkreditierung, gescheitert.


Doch auch fast zwei Monate nach dem Entzug des Gütesiegels wirbt die EBS weiter damit. Ob beim Master in Business mit der Spezialisierung in Real Estate, Real Estate Investment & Finance und Wealth Management oder beim „Durham University Business School & EBS Business School Executive MBA“ – überall prangt das EQUIS-Gütesiegel nicht nur auf dem Titelblatt, sondern teils heißt es auch im Innern der Broschüren, die sich auf der EBS-Website herunterladen lassen: „Die EBS Business School ist EQUIS akkreditiert seit April 2012.“ Die hier abgebildete Broschüre wurde am 4. Februar 2017 von der EBS-Website heruntergeladen.

Die Durham Business School, die selbst immerhin über eine dreifache Akkreditierung von AACSB, AMBA und EQUIS verfügt, schweigt dazu. Mehrfache Anfragen, ob sich der Entzug von EQUIS auf die Kooperation auswirkt und ob man die falschen Angaben der EBS toleriert, blieben unbeantwortet.

Das ist vor allem für potentielle Master-Studenten ärgerlich. Schließlich achten etliche bei der Auswahl des Programms auf das Gütesiegel. Aber auch für EQUIS ist das Verhalten der EBS rufschädigend. Denn der Fall zeigt, dass sich potentielle Interessenten nicht darauf verlassen können, dass die Werbung einer Business School mit dem Gütesiegel stimmt und dass auch – akkreditierte Partnerschulen – offenbar nichts gegen die Falschdarstellung unternehmen.

Neu sind falsche oder irreführende Angaben bei der oder über die EBS nicht. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Rolf Tilmes zwar kein Professor an der EBS mehr ist, sich aber dennoch weiter als Professor bezeichnen darf – weil die EBS sich dafür eingesetzt hat. Nun firmiert „Professor Tilmes“ als „wissenschaftlicher Leiter“ des EBS-Hochschulinstituts PFI Private Finance Institute und leitet dort als Professor den Master in Business Wealth Management. Schon allein das ist zumindest irreführend. Denn wer kommt schon auf die Idee, dass der Professor eines Hochschulinstituts kein Professor der Hochschule mehr ist? Da verwundert es nicht, dass sich auch der Master in Wealth Management laut Broschüre (Stand: 7. Februar 2017) fälschlicherweise mit dem EQUIS-Gütesiegel schmückt.

In einem Artikel bei „Deutschlands unabhängigem Magazin für Anlageberater“ Fonds professionell wird Tilmes sogar als „wissenschaftlicher Leiter der EBS Business School in Oestrich-Winkel“ bezeichnet. Dazu schrieb die EBS-Pressestelle bereits am 29. November 2016: „Vollkommen richtig: In dem Artikel, den Sie zitieren, hat sich ein Fehler eingeschlichen: Dort wird Professor Rolf Tilmes als „wissenschaftlicher Leiter der EBS Business School“ bezeichnet; richtig müsste es wie folgt lauten: „wissenschaftlicher Leiter des EBS Private Finance Instituts“. Nur korrigiert ist das bis heute nicht.

Auch beim neuen Eigentümer SRH ist man seit langem über diese Falschdarstellung informiert. Hat man dort kein Interesse an einer Richtigstellung? Auf Anfrage erklärt die SRH-Pressestelle: „Die SRH Higher Education GmbH achtet an der EBS Universität und an den SRH Hochschulen auf eine korrekte Geschäftspolitik. „Irreführungen“, wie Sie es nennen, werden weder geduldet noch unterstützt. Sollte es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten geben, gehen wir diesen in jedem Fall nach.“ Schöner kann man sich eigentlich nicht selbst vorführen.

PS (11. Februar 2017): Die EBS hat noch am selben Tag, an dem diese Meldung erschienen ist, zumindest eine ihrer Master-Broschüren geändert. Die Broschüre über den „Durham University Business School & EBS Business School Executive MBA“ ist ganz verschwunden und auch bei den anderen Master-Programmen fehlt inzwischen das EQUIS-Logo.  Mittlerweile hat auch Durham geantwortet: “We do not comment on matters that concern another business school.” Und bei Fonds professionell wird Herr Tilmes noch immer (Stand 18. Februar 2017) falsch als wissenschaftlicher Leiter der EBS Business School“ bezeichnet – was wiederum weder die EBS noch den neuen Eigentümer SRH zu stören scheint und natürlich zeigt, wie sehr SRH auf „eine korrekte Geschäftspolitik“ achtet und Irreführungen weder „duldet noch unterstützt“.

 

 

 

 

About Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

4 Comments

  1. Pingback: EBS, EQUIS und die Wahrheit

  2. K. Tauser

    11. Februar 2017 at 14:25

    Vielen Dank für den Hinweis. Bei meiner Nachschau habe ich zwar kein Änderungsdatum entdeckt (nur etwas von „© Mai 2016“), aber ich gebe auch ehrlich zu, dass ich in diesen Dingen nicht sonderlich bewandert bin.
    Jedenfalls freut es mich zu hören, dass die Hochschule auf Ihren Hinweis hin, die fehlerhafte Information so zügig entfernt hat.

    Beste Grüße
    K. Tauser

  3. K. Tauser

    11. Februar 2017 at 13:05

    Ist diese Broschüre denn auch aktuell? Immerhin wurde der EBS die Akkreditierung vor nicht einmal zwei Monaten entzogen, da können doch durchaus noch alte Hefte im Umlauf sein.
    Auf der Homepage lässt sich eine aktuelle Broschüre zum Master in Business – Spezialisierung Wealth Management abrufen (https://www.ebs.edu/de/studienprogramm/master-in-business-mit-spezialisierung-in-wealth-management). Einen Hinweis auf EQUIS habe ich dort jetzt nicht gefunden.

    • Bärbel Schwertfeger

      11. Februar 2017 at 13:43

      Hallo,

      die EBS hat die Broschüren nach meiner Veröffentlichung offenbar geändert, was sich ja anhand des Änderungsdatums wunderbar nachweisen lässt. Es geht hier um pdf-Dateien, die online standen und keine gedruckten Broschüren. Die lassen sich ganz schnell und einfach verändern. Dafür braucht man keine zwei Monate.

      Bärbel Schwertfeger

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