EBS: Privatuni leidet erneut unter sinkenden Studentenzahlen

EBS: Weiter sinkende Studentenzahlen

By on 3. Oktober 2014
EBS Universität Wiesbaden EBS Universität Wiesbaden

Die Zahl der neuen Studenten an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht ist weiter dramatisch gesunken. Das gilt vor allem beim Bachelor an der Business School und beim Jura-Studium. Beim MBA beginnen immerhin 16 Studenten im Vollzeit-Programm. Beim Executive MBA sollen es insgesamt 51 sein. Wie sich diese auf die beiden Programme aufteilen, gibt die EBS nicht bekannt.

Der Absturz der Studentenzahlen an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht setzt sich fort. In dem im Dezember 2012 vorgelegten Wachstumsprogramm „EBS 2018″ wollte die EBS noch 350 Bachelor-Studenten pro Jahr aufnehmen. Damit habe man ein tragfähiges Konzept entwickelt, das die Universität in die Lage versetzt, sich dauerhaft selbst zu finanzieren, verkündete der damalige EBS-Präsident Rolf D. Cremer. 2013 meldeten sich dann jedoch nur 214 Bachelor-Studenten an  und in diesem Jahr sind es sogar nur noch 184.

Noch drastischer sind die Zahlen bei der neuen Law School. Hier haben sich lediglich 64 Studenten eingeschrieben und damit ein Drittel weniger als im Vorjahr. Da waren es noch 97 und davor sogar noch 116.

Der Aufbau der neuen Law School wurde mit rund 23 Millionen Euro vom Land Hessen unterstützt. Ob die Gelder tatsächlich für die Law School verwendet wurden oder vor allem dazu dienten, das Überleben der seit 2008 angeschlagenen Business School zu sichern, ist umstritten. So ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Betruges gegen – teils ehemalige – EBS-Mitarbeiter, darunter auch den Ex-Präsidenten Christopher Jahns. Es geht um mindestens 1,6 Millionen Euro Fördergelder, die zweckwidrig verwendet worden sein sollen.

Deutlich besser sieht es bei den Master- und MBA-Studenten aus. Hier gibt es 251 Neuzugänge (Vorjahr: 213). Beim MBA beginnen immerhin 16 Studenten im Vollzeit-Programm. Im Vorjahr waren es zwölf. Beim Executive MBA sollen es insgesamt 51 sein. Wie sich diese auf die verschiedenen Programme aufteilen, gibt die EBS nicht bekannt.

Dabei gibt es eigentlich nur zwei Executive MBA Programme: das gemeinsame Programm mit der britischen Durham Business School (die auch Teilnehmer für das Programm rekrutiert) und den Executive MBA in Health Care Management. 2012 hatte der Durham-MBA 22 Teilnehmer, der MBA in Health Care Management nur sieben. Von daher erscheint die Zahl von 51 relativ hoch.

Dabei gibt es keinen erkennbaren Grund, warum die EBS die einzelnen Zahlen der beiden Programme verschweigt. Es sei denn, die Zahl ist falsch – was bei der EBS nicht sonderlich überraschend wäre. Schließlich hatte die Hochschule in der Vergangenheit mehrfach Probleme, korrekte Zahlen zu ihren Studenten und Professoren anzugeben.

Die seit 2011 als Universität firmierende Hochschule kann derzeit nur dank Bankkrediten überhaupt noch überleben. Zuletzt konnte die EBS nicht einmal mehr ihre Miete zahlen. Laut Hochschule betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Banken Ende 2013 6,8 Millionen Euro. Dazu kommt ein Darlehen beim Alumni-Verein in Höhe von 1,1 Millionen Euro.

Zwar soll die Finanzierung bis 2017 gesichert sein, die erneuten Einbrüche bei den Studentenzahlen (und damit den Einnahmen aus den Studiengebühren) dürften die bisherigen Finanzpläne jedoch erneut obsolet gemacht haben.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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