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EBS: Professoren zeigen Jahns die rote Karte

Von am 31. März 2011

Am 17.März gab die EBS bekannt, dass Christopher Jahns sein Amt als Präsident der
EBS Universität in Gründung bis zum Ende der Ermittlungen wegen des Verdachts der
Untreue ruhen lässt. Danach will er die Hochschule wieder leiten. Jahns wird vorgewor-
fen, seine Tätigkeit als Hochschulpräsident mit privaten Geschäftsinteressen ver-
mischt zu haben. Er selbst hat die Vorwürfe stets bestritten. Doch nun droht dem EBS-
Präsidenten im Wartestand neues Ungemach. Die Mehrheit der Professoren will ihn offen-
bar los werden.

Bei einem Fakultätstreffen sollen sich über 80 Prozent der anwesenden Professoren da-
für ausgesprochen haben, dass Jahns nie wieder Präsident der EBS sein soll. Dement-
sprechend soll es einen offiziellen Antrag auf die Abwahl des Präsidenten geben, über
den bei der nächsten Senatssitzung am 5.April entschieden werden soll. Im Senat sind
alle Leiter der Departments sowie die Studentensprecher und der Mittelbau stimmbe-
rechtigt.


Die Ermittlungen der Staatsanwalt gehen derweil weiter. Zuletzt hatte Oberstaatsan-
walt Hartmut Ferse bestätigt, dass sich der Anfangsverdacht gegen Jahns verdichtet
und ausgeweitet hat. Der Aufsichtsrat ist dagegen weiter davon überzeugt, dass sich
die Untreue-Vorwürfe als unbegründet erweisen und hält an der von Jahns eingeleite-
ten Strategie zur Universitätsgründung und weiteren Internationalisierung fest. Dazu
gehört auch das Konzept der Doppelspitze mit Professor Rolf Cremer ab September.

„Der Aufsichtsrat wird dem Senat der EBS empfehlen, Professor Cremer in die neu zu
schaffende Funktion als Rektor und 1. Vizepräsidenten zu wählen. In dieser Funktion
soll er sich insbesondere um sämtliche akademischen Belange kümmern und insbesondere
im Bereich Forschung und Lehre neue Akzente setzen“, verkündete die EBS am 2. März.

Auch Cremer, der bis Dezember die China Europe International Business School (CEIBS)
in Shanghai leitete, hält weiter an seinem Einstieg an der EBS fest. Zu möglichen
Spekulationen möchte er sich nicht äußern.

Ob der Senat den von Jahns geholten Cremer auch tatsächlich wählt, bleibt abzuwarten.
Cremer steht der EBS – und damit wohl vor allem Jahns und dem Aufsichtsrat – bereits
jetzt als Berater zur Verfügung.

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Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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