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EBS: Keine neue EQUIS-Akkreditierung

By on 11. Juni 2015
EBS Universität Wiesbaden EBS Universität Wiesbaden

Die EBS Business School bekommt die in diesem Jahr fällige Re-Akkreditierung nicht und muss den EQUIS-Akkreditierungsprozess in den nächsten zwölf Monaten erneut durchlaufen. Bis zur endgültigen Entscheidung 2016 darf sie das Gütesiegel jedoch weiter führen.

Eigentlich wäre die Re-Akkreditierung schon im April fällig gewesen. Doch nun gibt es für die EBS Business School eine Ausnahme. Die Business School, die vor kurzem noch am Rande der Pleite stand, muss im Laufe der nächsten zwölf Monate den Re-Akkreditierungsprozess erneut durchlaufen. Bis dahin bleibt die EQUIS Akkreditierung bestehen.

Erst im April hatte die EBS die drohende Pleite abgewendet. Die Dietmar Hopp Stiftung, die EBS Alumni e.V. sowie die Banken verzichteten auf die Rückzahlung von Darlehen in Höhe von insgesamt 5,4 Millionen Euro. Zudem wurde der Geschäftsführer und Präsident der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, Rolf Wolff, gefeuert.

Auch gab es durchaus Hinweise, dass die Schule versucht hat, bei den Zahlen und Angaben für EQUIS zu tricksen. So weigerte sie sich zum Beispiel, die korrekte Zahl ihrer Vollzeit-Professoren und MBA-Studenten offen zu nennen.

„Durch die signifikante Verbesserung des Eigenkapitals sowie die Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Finanzierung der Hochschule wird die qualitativ wertvolle Forschung und Lehre an der EBS langfristig gewährleistet“, behauptet der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Winfried Zimmermann. Erste Erfolge habe man bereits erzielt. Ihre volle Wirkung würden die eingeleiteten Maßnahmen im Laufe der nächsten Wochen und Monate entfalten.

Ob der seit 2011 in den negativen Schlagzeilen stehenden EBS tatsächlich die Wende gelingt, bleibt allerdings abzuwarten. Versprechen, die Schule wieder in ein solides Fahrwasser zu bringen, gab es schon einige.

Zwar sehen die EQUIS-Standards durchaus vor, einer Schule mehr Zeit für die Re-Akkreditierung geben zu können, für potentielle Studenten – vor allem aus dem Ausland – kann das allerdings auch irreführend sein. Denn sie können sich so nicht darauf verlassen, dass eine Schule mit EQUIS-Gütesiegel auch wirklich die Qualitätskriterien erfüllt. Und die Vorgabe, dass die EBS den gesamten Akkreditierungsprozess noch einmal durchlaufen muss, deutet zumindest darauf hin, dass sie nicht nur an Kleinigkeiten scheiterte.

Bereits 2012 hatte die EBS das EQUIS-Gütesiegel erst beim dritten Anlauf bekommen und auch nur für drei Jahre (auch fünf Jahre sind möglich). Damals hatte die Schule aber noch deutlich mehr forschungsstarke Professoren, von denen die meisten inzwischen gegangen sind.

Das EQUIS-Gütesiegel wird von der European Foundation for Management Development (EFMD) in Brüssel verliehen und gehört neben der Akkreditierung durch die AACSB International zu den weltweit wichtigsten Akkreditierungen für Business Schools. Eines der beiden Qualitätssiegel ist auch Voraussetzung für die Teilnahme an den Rankings der Financial Times. Derzeit haben insgesamt fünf Schulen in Deutschland eine EQUIS-Akkreditierung.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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