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EBS: Ex-Präsident Jahns klagt gegen Kündigung

Von am 28. April 2011

Christopher Jahns, bis vor kurzem noch Präsident und Geschäftsführer der European
Business School (EBS), klagt gegen seinen Rausschmiss. Jahns steht unter dem Verdacht
der Untreue. Nach Aussagen der Staatsanwaltschaft sollen dabei auch öffentliche Gelder
veruntreut worden sein.

Laut einer Meldung des Wiesbadener Tagblatts hat Jahns Klagen am Land- und Arbeits-
gericht gegen seine fristlose Kündigung am 7.April eingereicht. Drei Tage, nachdem
gegen den 41Jährigen ein Haftbefehl erlassen wurde, hatte der Aufsichtsrat der EBS
ihm fristlos als Geschäftsführer gekündigt und sein Dienstverhältnis aufgelöst

Er glaube nicht, dass die Hochschule die Hochschule die Kündigung mit Verdachtsmomen-
ten hinreichend begründen könne, zitiert das Wiesbadener Tagblatt Jahns Anwalt. Daher
soll die Klage vor dem Landgericht Jahns Abberufung als Geschäftsführer verhindern,
die Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht die Auflösung des Hochschullehrer-
Vertrages. Jahns bestreitet die Vorwürfe.

Gegen Jahns wurde am 4.April ein Haftbefehl wegen dringenden Verdachts der Untreue er-
lassen. Nur aufgrund strenger Auflagen ist der 41-Jährige weiter auf freiem Fuß. Bis-
her geht es vor allem um den Verdacht der Veruntreuung von 180.000 Euro. So liegen
der Staatsanwaltschaft vier Rechnungen über jeweils rund 45.000 Euro vor, die das Supp-
ly Management Institute (SMI) der EBS an die Firmengruppe Brainnet bezahlt hat, angeb-
lich ohne dafür erkennbare Leistungen erbracht zu haben. Jahns selbst ist an dem Bera-
tungsunternehmen beteiligt.

Das SMI soll die Forderungen von BrainNet dabei auch mit öffentlichen Mitteln in Höhe
von 7200 Euro bezahlt werden, so Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse. Grundlage für den Ver-
dacht sei ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young, das die EBS
in Auftrag gegeben und zur Verfügung gestellt hatte.

Inzwischen gibt es auch Gerüchte, dass die EBS nicht alle Gelder, die sie vom Land
Hessen für den Aufbau einer neuen juristischen Fakultät erhielt, dem eigentlichen
Zweck entsprechend verwendet hat. Bisher hat die EBS 17 Millionen dafür bekommen. Bis
Ende des Monats muss die Hochschule nachweisen, wohin das Geld geflossen ist. Dabei
hat sich nun herausgestellt, dass das Land der Hochschule noch am 16. März weitere
anderthalb Millionen Euro überwiesen hat. Da waren die Vorwürfe der Veruntreuung schon
längst bekannt.

Am 20.April wählte der Senat Rolf Cremer, bis Dezember Dean der China Europe Interna-
tional Business School (Ceibs) in Shanghai, zum neuen Präsidenten. Er soll sein Amt
am 1.Juni antreten und dann auch zum Geschäftsführer bestellt werden.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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