Comeback der zweijährigen MBA-Programme?

GMAC-Umfrage: Comeback der zweijährigen MBA-Programme?

Von am 17. Oktober 2014
Harvard Business School Harvard Business School

Die Nachfrage nach zweijährigen MBA-Programmen ist wieder gestiegen. Das zeigt der Application Trends Survey des Graduate Management Admission Council (GMAC). Vor allem die US-Schulen können sich damit bereits im dritten Jahr über stabile oder steigende Bewerberzahlen freuen.

61 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Schulen meldeten in diesem Jahr mehr Bewerber. 2013 waren es erst 50 Prozent und 2012 sogar nur 43 Prozent. Nur 35 Prozent der 314 Schulen gaben sinkende Bewerberzahlen an. 2011 waren es noch 67 Prozent.

Die gesunkene Nachfrage hatte bei den Schulen bereits zu der Befürchtung geführt, dass einjährige MBA-Programme oder Online-MBAs die klassischen zweijährigen Studiengänge zunehmend kannibalisieren, da viele Studenten nicht mehr für zwei Jahre aus dem Job aussteigen wollen.

Doch nun gibt es offenbar eine Trendwende. Dabei kommt das Wachstum der zweijährigen Vollzeit-Programme in den USA vor allem durch die steigenden Bewerberzahlen aus dem Ausland. Laut GMAC-Report erhielten 65 Prozent der US-Programme mehr Bewerbungen von Ausländern. 2013 waren es erst 56 Prozent und 2012 nur 41 Prozent. Die meisten Bewerber kommen dabei aus China und Indien. Aber auch die Nachfrage von amerikanischen Interessenten ist gestiegen. Meldeten 2012 lediglich 22 Prozent der Programme steigende Zahlen bei den amerikanischen Bewerbern, so sind es in diesem Jahr bereits 48 Prozent.

Die zweijährigen MBA-Programme werden vor allem von US-Schulen angeboten. Bestandteil ist ein mehrmonatiges Praktikum nach dem ersten Jahr, das in vielen Fällen bereits zu einem konkreten Jobangebot nach dem Studienabschluss führt. In Europa überwiegen dagegen einjährige Programme und die haben angeblich an Beliebtheit verloren. So verzeichneten 60 Prozent der befragten Business Schools, die einjährige MBA-Programme anbieten, 2014 weniger Bewerber.

Ob die Ergebnisse einen globalen Trend zeigen, ist allerdings fraglich. So zeigt ein Blick auf die teilnehmenden Schulen, dass 213 aus den USA stammen, lediglich 41 kommen aus Europa und nur 20 aus Asien. Während die Zahlen von 101 zweijährigen MBA-Programmen in den USA in die Studie einflossen, wurden aus Europa nur drei und aus Asien elf Programme berücksichtigt. Selbst bei den einjährigen Programmen machten nur 22 Studiengänge aus Europa mit, aber 40 aus den USA. Das Ergebnis zeigt also in erster Linie die Entwicklung in den USA.

 

 

 

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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