Australische Business Schools verlieren den Anschluss

Australische Business Schools verlieren den Anschluss

Von am 26. Oktober 2011

Der Wettbewerb um internationale MBA-Studenten verschärft sich. Vor allem die australischen Schulen haben dabei das Nachsehen. Nun soll das MBA-Studium für Ausländer in Down Under attraktiver werden.

In Australien ist die Zahl der Anträge für Studentenvisa im letzten Finanzjahr um 20 Prozent gesunken. Besonders davon betroffen sind die Business Schools, berichtet die New York Times. So waren 2010 mehr als 50 Prozent der internationalen Studenten in Studiengängen im Bereich Management oder Handel eingeschrieben. An der Melbourne Business School kommen sogar 70 Prozent de Vollzeit-MBA-Studenten aus dem Ausland.


Auf Druck der Universitäten und Business School will die Regierung nun die Visa-Bestimmungen neu überarbeiten. Wer einen MBA in Australien macht, soll nach dem Abschluss ein zweijähriges Visum bekommen, der Visa-Prozess selbst soll vereinfacht und die Regelungen für den Nachweis der notwendigen Finanzmittel sollen gelockert werden.

Bei den MBA-Anbietern ist man dennoch skeptisch, ob das genügt, um den Rückgang aufzuhalten oder gar umzukehren. Ein Report von Deloitte Access Economics im Auftrag von Universities Australia, in dem 39 australische Universitäten vertreten sind, kommt zu dem Schluss, dass Großbritannien und die USA die größten Konkurrenten im Wettbewerb um internationale Studenten sind.

Grund dafür seien auch die internationalen Partnerschaften vieler Business Schools, die den Studenten internationale Studienerfahrungen ermöglichen. Ein erfolgreiches Beispiel dafür sei die Hong Kong University of Science and Technology, die zusammen mit der Kellogg School of Management ein MBA-Programm anbietet. Betrachtet man die führenden internationalen Kooperations-Programme, so sind australische Schulen dort bisher nicht vertreten.

Der Report rät australischen Schulen daher, gemeinsame Programme (Joint Degree) mit ausländischen Schulen aufzulegen oder sogar eigene Standorte im Ausland aufzubauen, wie es etwa die US-Schulen Duke und Chicago bereits in Asien getan haben.

Wachsende Konkurrenz kommt aber auch aus Asien selbst. So haben sich die Nanyang Business School, die Indian School of Business, die Hong Kong University of Science and Technology und die China Europe International Business School (CEIBS) im vergangenem Jahr unter Label “Top Asia B Schools” zusammengeschlossen und vermarkten ihre Programme seitdem gemeinsam. Weiterer Wettbewerb aus dem Ausland kommt im nächsten Jahr, wenn das SP Jain Center of Management einen Campus in Sydney eröffnet. Die indische Schule ist bereits in Mumbai, Dubai und Singapur vertreten.

Artikel in der New York Times

 

 

About Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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