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IE Business School: Unterricht mit Hologramm

By on 2. August 2016
IE Business School

Professoren unterrichten als geklontes Hologramm, eine Software analysiert den Gesichtsausdruck der Studenten – die spanische IE Business School will ihre Online-MBA-Programme revolutionieren.

„Wir überarbeiten unsere Art, wie wir unterrichten komplett“, erklärte Marketing-Professor Martin Boehm dem Online-Portal Poets & Quants. Damit wolle man die neuen technologischen Möglichkeiten für Blended Programme – also die Kombination von Online- und Präsenzphasen – frühzeitig aufgreifen, um dem Wettbewerb auch weiter voraus zu sein.

Dabei werde IE als erste Business School in Europa Hololens von Microsoft nutzen. Professoren sollen künftig geklont als Hologramme gleichzeitig an mehreren Orten unterrichten können. Studenten, wo auch immer auf der Welt sie sind, sollen ins Klassenzimmer neben ihre Mitstudenten gebeamt werden. Zudem soll eine Software anhand des Gesichtsausdrucks erkennen, ob die Studenten dem Unterricht aktiv folgen oder gerade Facebook checken. Eine Plattform soll den Teilnehmern Co-Kreation und Kreativität ermöglichen, indem sie einen besseren Austausch als im realen Klassenzimmer schafft und Brainstorming auf ein neues Niveau hebt. Künftig soll es mehr „Immersion“ geben. So soll ein Video Lab den Professoren ermöglichen, mit allen Studenten gleichzeitig zu interagieren. Bis Ende des Jahres wolle man zwei Klassenzimmer entsprechend ausgerüstet haben.

Die neue Plattform soll bereits nächstes Jahr beim Global MBA Programm eingesetzt werden, das schon heute zu 70 Prozent aus Online-Lernen besteht. Das 15monatige Programm umfasst lediglich drei Wochen Präsenzunterricht in Madrid sowie ein einwöchiges internationales Modul. Der Rest läuft online. Einmal in der Woche gibt es Live-Unterricht, unter der Woche müssen die Studenten Beiträge zu den Foren schreiben und mit ihrem Team Aufgaben bearbeiten.

Grund für die Investitionen sei die Sättigung des traditionellen MBA-Marktes, so Professor Boehm. Daher hoffe IE mit seinem attraktiven Angebot Marktanteile zu gewinnen. Inhaltlich solle das neue Programm die Studenten darauf vorbereiten, besser mit Ambiguität und Risiken umgehen zu können und eine stärkere unternehmerische Einstellung fördern. „Wir bewegen uns weg vom Inhalt hin zu Kompetenzen und nennen das teambasiertes Lernen“, erklärt IE-Professor Boehm. Es gehe um gemeinsames und praxisorientiertes Lernen, das sich mehr auf den Prozess als auf Daten fokussiert.

Die Pflichtkurse sollen künftig nur noch 40 Prozent des Curriculums ausmachen. 60 Prozent sollen Wahlkurse sein. Bisher waren 80 Prozent der Kurse obligatorisch. Zudem gibt es mehr Labs, also Mini-Module, bei denen die Studenten lernen, Grundlagenwissen in experimentelle Lernprojekte einzubringen. Es gehe eher in die Richtung von Executive Education und das Angebot von „kleinen und pragmatischen Lern-Pillen“, so der IE-Professor.

Mit ihrem bereits 2001 gestarteten Global MBA war die spanische Schule ein Vorreiter bei den Online-Programmen. Im März wurde das MBA-Programm bereits zum dritten Mal im Ranking der Financial Times (FT) zum besten Online-MBA gekürt.

Die IE Business School in Madrid gilt als eine der führenden Business Schools weltweit. In den relevanten Ranking schneidet sie regelmäßig gut ab. Im globalen Ranking der Vollzeit-MBA-Programme der Financial Times landete die Schule in diesem Jahr als viertbeste europäische Schule auf Platz 12 weltweit. Sie bietet mehrere MBA-Programme an, darunter auch ein Blended-Learning-Programm mit der amerikanischen Brown University. Die Business School ist Teil der IE University in Segovia.

Über Bärbel Schwertfeger

Bärbel Schwertfeger ist Diplom-Psychologin und seit 1985 als freie Journalistin im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig.

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